Wie giftig sind Zigaretten?
21.03.2022

Den meisten Raucher*innen ist bewusst, dass Zigaretten ungesund sind und insbesondere im Fall von Lungenerkrankungen der Rauchstopp ein Muss ist. Was macht Zigaretten so schädlich?

In der Glutzone einer Zigarette findet unter sehr hohen Temperaturen von etwa 900 °C eine Zersetzung von Tabak und Papier statt. Zieht die Raucherin oder der Raucher an seiner Zigarette, wird der sogenannte Hauptstromrauch gebildet, der inhaliert wird. Demgegenüber entsteht zwischen den einzelnen Zügen oder wenn die brennende Zigarette im Aschenbecher abgelegt wird, der sogenannte Nebenstromrauch.1 Durch die Verbrennung des Tabaks und des Papiers entsteht ein Gasgemisch, in dem Tausende kleine Teilchen gelöst sind. Viele davon sind hochgiftig.2

Gifte im Rauch

Im Zigarettenrauch finden sich neben dem Suchtstoff Nikotin rund 4.800 chemische Substanzen, von denen mehr als 70 krebserregend sind oder zumindest im Verdacht stehen, es zu sein. Darunter sind Teerstoffe, Chrom, Benzol, Arsen, Blei, Cadmium, Nickel und das radioaktive Pollonium. Beispiele für hochgiftige Substanzen sind Kohlenmonoxid, Blausäure, Stickoxide, Formaldehyd und das Seveso-Gift Dioxin.1,2 Diese Stoffe können das Erbgut schädigen, sodass gesunde Zellen zu Krebszellen entarten. Der beim Rauchen entstehende Giftcocktail wird nicht nur von Raucher*innen inhaliert, sondern belastet auch die Atemluft der Umgebung und somit die Nichtraucher*innen. Die enthaltenen Substanzen zeigen schon in sehr geringen Mengen eine schädliche Wirkung.2

Aus dem Zigarettenrauch entsteht Teer, ein trockenes, wasserfreies und nikotinfreies Rauchkondensat, das sich als typischer gelb-brauner Belag an den Fingern und Zähnen ablagert, aber leider auch in den Atemwegen und der Lunge.2

Wichtige Tabakrauchinhaltsstoffe und ihre gesundheitsschädigenden Wirkungen:2

  • Kohlenmonoxid: Das Atemgift führt zu Sauerstoffmangel im Blut und in der Folge in Gefäßen, Organen und Gewebe. Es begünstigt die Entstehung von Gefäßerkrankungen.
  • Reizgase: Stören die Selbstreinigungsfähigkeit der Atemwege und fördern die Bildung von Schleim. Dies führt zu Raucherhusten und Atemwegserkrankungen.
  • Benzol: Krebserzeugend, verursacht Leukämie.
  • Blei: Das hochgiftige Metall kann Gehirn, Nieren und Nervensystem schädigen. In der Wachstumsphase kann es bei Kindern und Jugendlichen Entwicklungsstörungen verursachen. Krebserzeugend.
  • Cadmium: Krebserzeugend, regelmäßige Belastungen können zu Nierenschäden führen.
  • Formaldehyd: Krebserzeugend, verursacht Augenbrennen sowie Reizungen der Schleimhäute und der Atemwege.

Keine Alternativen zum Rauchstopp

Das Rauchen von Wasserpfeifen, sogenannten Shishas, wird von Konsument*innen fälschlicherweise oft als harmloser als Zigarettenrauchen eingeschätzt, auch das Suchtpotenzial wird unterschätzt. Der Gebrauch der Wasserpfeife ist jedoch kaum weniger schädlich als das Zigarettenrauchen. Der Rauch von Wasserpfeifen verliert nicht seine Giftstoffe. Teilweise werden sogar größere Mengen an Schadstoffen aufgenommen als über filterlose Zigaretten. Der Passivrauch von Wasserpfeifen ist sogar schädlicher als jener von Zigaretten.2

Auch E-Zigaretten sind vermutlich keine brauchbaren Alternativen. Der Rauch der E-Zigarette ist eine zur Verdampfung gebrachte Flüssigkeit, die oft Nikotin und verschiedene Aromastoffe enthält. Die wissenschaftliche Datenlage über die gesundheitlichen Auswirkungen bei wiederholtem, langfristigem Gebrauch ist zurzeit nicht ausreichend, auch fehlen einheitliche Produktstandards. Die Gesundheitsgefährdung lässt sich bisher nur schwer einschätzen.

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