Was Sie über die Lunge wissen sollten

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Was Sie über die Lunge wissen sollten

Der Mensch kann ohne Essen oder Trinken eine Woche oder sogar noch länger überleben, aber ohne Atmen nur wenige Minuten.  Allerdings kann ein Sportler, der seine Atemmuskulatur aktiv trainiert, seine Atempausen deutlich verlängern.

Im Jahr 2011 ist es dem Schweizer Sporttaucher Peter Colat gelungen für 21 Minuten und 33 Sekunden seinen Atem unter Wasser anzuhalten. Er hat damit einen Weltrekord im Luftanhalten aufgestellt. Solchen Extremleistungen sind die Lungen der normal Sterblichen nicht gewachsen.

Wer versucht, die Luft längere Zeit anzuhalten spürt schnell, wie der Körper nach Sauerstoff verlangt: Schon nach wenigen Sekunden stellen sich ein allgemeines Unwohlsein und das dringende Bedürfnis zu atmen und ein.

Fakten zum Atmungsorgan

Normalerweise machen wir zwölf bis achtzehn Atemzüge in der Minute und bei jedem Atemzug gelangt circa ein halber Liter Luft in die Lunge. Somit pumpt ein erwachsener Mensch täglich 10.000 bis 20.000 Liter Luft in seine Lunge. Das Bemerkenswerteste an der Atmung ist, dass wir uns nicht darum kümmern müssen, uns der Atmung nur selten bewusst sind und sie dennoch funktioniert.

Der Aufbau der Lunge erinnert an einen umgedrehten Baum. Den Stamm bildet die Luftröhre (Trachea), die sich in zwei Hauptbronchien aufteilt, welche in die beiden Lungenflügel eintreten. Beide haben die Form eines Kegels, wobei der rechte etwas größer ist. Die Hauptbronchien wiederum verästeln sich weiter zu Bronchien und Bronchiolen, die in den Lungenbläschen enden. Die Bronchien dienen nicht nur als Luftverteiler, sondern auch zum Schutz der Lunge vor eingedrungenen Fremdkörpern. Dafür sind sie mit einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet, die flüssigen Schleim produziert. Eingeatmete Krankheitserreger bleiben daran kleben und werden mit Hilfe der Flimmerhärchen aus der Lunge befördert.

Die Lungenoberfläche hat der Größe eines Tennisplatzes

Die ca. 300 Millionen Lungenbläschen, die sich in jedem Lungenflügel befinden, sind von einem feinen Netz, den Kapillaren, umhüllt, die für den Gasaustausch mit dem Blut verantwortlich sind.  Ein Lungenbläschen misst etwa 0,2 Millimeter. Aufgrund ihrer enormen Anzahl bilden sie eine innere Oberfläche in der Größe eines Tennisplatzes. Würde man die Kapillaren aneinanderreihen, würden sie eine Strecke von 1.600 Kilometer abdecken.

Dass so ein großes Organ wie die Lunge überhaupt in unseren Brustkorb passt, verdanken wir einem ausgeklügelten System unseres Körpers: Durch die zahlreichen Verzweigungen des Bronchialbaums und die Bläschenbildung (Alveolen) am Ende der Bronchien wird die Lungenoberfläche um ein Vielfaches vergrößert. Nur so kann mit der Atmung genug Sauerstoff in den Körper eingeschleust werden. Und das ist lebensnotwendig, denn Sauerstoff ist der Brennstoff, der bei unzähligen Vorgängen gebraucht wird.

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