Ich bin Asthma-/COPD-Patient:in und verwende Cortison-haltige Medikamente

Ja, ich weiß, dass Cortison einen wichtigen Beitrag in der Behandlung meiner Erkrankung leistet
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Nein, ich verwende keine Cortison-haltigen Medikamente und habe keine ausführliche Erklärung erhalten, welchen Nutzen mir Cortison bringen kann
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Luft und Lunge

Ein lebenswichtiges Zusammenspiel

Ohne feste Nahrung können wir einige Wochen überleben, ohne Wasser immerhin noch einige Tage. Ohne Atemluft aber kommt es schon nach wenigen Minuten zu irreparablen Schäden und kurz darauf zum Tod. Hauptsächlich verantwortlich für die Atmung ist ein ganz erstaunliches Organ: die Lunge.

Die Lunge – ein Organ von enormer Größe

Würde man die Lungenbläschen eines Erwachsenen auseinanderfalten, ergäben sie die beeindruckende Fläche von 80 bis 120 Quadratmetern, also in etwa so viel wie eine großzügige Drei- bis Vierzimmerwohnung. Gleichzeitig passt die Lunge aber in einen Brustkorb, der nicht viel mehr Platz bietet als ein Fußball. Möglich ist dies durch die gigantische Anzahl der Lungenbläschen: Etwa 300 Millionen dieser winzigen, stark durchbluteten Bläschen sorgen für die Funktion der Lunge: den lebensnotwendigen Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid.

Was passiert in der Lunge?

Über die Nase oder den Mund gelangt die Atemluft durch den Kehlkopf in die Luftröhre und von dort durch die Bronchien in die Lunge. Diese verzweigen sich immer weiter, bis die Luft schließlich durch feinste Verästelungen in den Lungenbläschen ankommt. Hier, im zentralen Aufbau der Lunge, geht der lebenswichtige Sauerstoff ins Blut über und tritt seinen Weg durch den ganzen Körper an. Gleichzeitig verlässt das Abfallprodukt Kohlendioxid das Blut und wandert in die Lungenbläschen, von wo es beim Ausatmen aus dem Körper hinaus befördert wird.

Dieser Prozess passiert unser ganzes Leben lang unentwegt und unbewusst. Etwa 12.000 Liter Luft passieren täglich unsere Lungen. Um sich vor Allergenen, Schadstoffen oder Krankheitserregern zu schützen, sind die Luftwege mit einer Schleimschicht ausgekleidet, die eine effektive Abwehrbarriere bietet. Genau genommen haben wir also immer eine verschleimte Lunge, aber im besten Sinne des Wortes. Eine gesunde Lunge transportiert die schädlichen Stoffe ständig mit kleinen Flimmerhärchen nach oben aus den Bronchien hinaus.

Übrigens: Die Lunge ist das einzige Organ, das im Mutterleib noch nicht überlebenswichtig ist. Erst nach der Geburt nimmt sie ihre Arbeit auf – dann aber innerhalb von Sekunden.

Quellen: www.lungeninformationsdienst.de, www.tu-braunschweig.de

Aufbau und Funktion

Ein komplexes System

Die Lunge aller Säugetiere, also auch die des Menschen, ist in zwei Lungenflügel aufgeteilt. Furchen unterteilen diese in sogenannte Lungenlappen. Da auf der linken Seite des Brustkorbs auch das Herz Platz braucht, ist der linke Lungenflügel ein wenig kleiner als der rechte und besteht nur aus zwei statt drei Lungenlappen. Die Oberfläche der Lunge ist mit dem sogenannten Brustfell überzogen. Auch die Brusthöhle selbst ist damit ausgekleidet. Allerdings besteht zwischen beiden ein kleiner, aber höchst wichtiger Spalt. Hier herrscht nämlich Unterdruck, der für die Atmung von großer Bedeutung ist. Bricht dieser Unterdruck bei einer Verletzung des Brustkorbs zusammen, kollabiert die Lunge.

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de

Luftröhre und Bronchien – die Luftwege in der Lunge

Zum Aufbau der Lunge gehören zunächst die Organe, die für den Transport der Atemluft verantwortlich sind: die Luftröhre und die Bronchien. Die Atemluft wird aus Mund oder Nase in die Luftröhre befördert. Diese teilt sich in zwei Hauptbronchien, die zu je einem Lungenflügel führen. Hier verzweigen sich die Bronchien weiter: im linken Lungenflügel in zwei Lappenbronchien, im rechten Flügel in drei. Immer mehr verästeln sich die Bronchien, immer dünner werden die Luftwege, bis sie schließlich in den Lungenbläschen enden, in denen die hauptsächliche Funktion der Lunge liegt: der Gasaustausch.

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Lunge und Bronchien

Die Lungenbläschen – wichtig für den Gasaustausch

Die Bronchien enden in den Lungenbläschen (oder auch Alveolen), die ähnlich wie Weintrauben zu Bündeln zusammengefasst sind. Die Lungenbläschen sind stark durchblutet, was für ihre Aufgabe auch notwendig ist, denn hier findet der wichtigste Prozess der Atmung statt: Aus der eingeatmeten Luft wird Sauerstoff an das Blut abgegeben und mit diesem im ganzen Körper verteilt. Umgekehrt bringt das Blut Kohlendioxid zu den Alveolen mit, ein Abfallprodukt, das mit der Atemluft wieder aus dem Körper abtransportiert wird. Etwa 17.000-mal pro Tag läuft dieser Prozess ab, ganz automatisch und fast unbemerkt.

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Lunge Bläschen

Die Atmung

Ein Kinderspiel für die gesunde Lunge

Die Atmung des Menschen bestimmt sein ganzes Leben: Der erste Atemzug setzt unmittelbar nach der Geburt ein, mit dem letzten Atemzug endet das Leben. In der Zwischenzeit atmen wir ununterbrochen, über 700-mal pro Stunde. Das Organ, das in erster Linie für die Atmung zuständig ist, ist die Lunge. Hier findet der lebensnotwendige Gasaustausch statt: Der eingeatmeten Luft wird Sauerstoff entzogen und in die Blutbahn abgegeben. Umgekehrt wird der Abfallstoff Kohlendioxid über die Lunge wieder an die Atemluft abgegeben und ausgeatmet.

Lunge & Co. – die Atemwege

Zu den Atemwegen gehören alle Körperteile, die beim Atmen von der Luft durchströmt werden. Im Normalfall atmen wir durch die Nase. Zwar können wir so nicht ganz so viel Luft einatmen wie durch den Mund, dafür filtern die Nasenhärchen aber Schadstoffe und Krankheitserreger aus der Atemluft. Durch Nase oder Mund gelangt die Luft dann über den Rachen in die Luftröhre und von dort aus in die sich verzweigenden Bronchien, die schon einen Teil der Lunge bilden. Hier wird die Luft noch einmal gefiltert: Eine spezielle Schleimschicht fängt Schadstoffe, Staub und Fremdkörper aus der Luft ab, Flimmerhärchen transportieren sie nach oben aus den Bronchien heraus. Aber auch eine Menge Muskeln sind an der Atmung beteiligt: allen voran das Zwerchfell, das bei der richtigen Atmung den größten Anteil der benötigten Muskelkraft liefert. Leisten die Muskeln im Brustkorb die meiste Arbeit, kommt es zu einer eher flachen Atmung.

Sauerstoff – wichtig für den ganzen Körper

Der entscheidende Vorgang bei der Atmung ist der Gasaustausch, der in den Lungenbläschen stattfindet: Sauerstoff wird an den Körper abgegeben, Kohlendioxid mit der Luft wieder ausgeatmet. Sauerstoff, das lebenswichtige Gas in unserer Atemluft, ist tatsächlich an allen wichtigen Prozessen im Körper beteiligt: Bewegung, Nahrungsverwertung und Gehirnleistung sind nur mit Sauerstoff möglich. Jede einzelne Zelle braucht das Gas für ihren Stoffwechsel und arbeitet nicht mehr richtig, wenn zu wenig Sauerstoff vorliegt. Speichern kann der Körper den Sauerstoff nicht, er muss ihn ständig zuführen. Das ist auch der Grund, warum kein Mensch ohne Atmung überleben kann.

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einatmenausatmen

Husten

Schutzreaktion des Körpers

Husten ist ein häufiges Symptom, das bei einer Erkältung oder Bronchitis ebenso auftreten kann wie bei Asthma, COPD oder vielen anderen Beschwerden. Häufig tritt er in Kombination mit Halsschmerzen und Schnupfen auf. Husten erfüllt eine wichtige Schutzfunktion für den Körper: Mit dem explosionsartigen Ausstoßen der Luft befördert er Fremdstoffe aus den Atemorganen nach außen. Deshalb husten wir auch so stark, wenn wir uns „verschlucken“: Dann sind Speisen oder Getränke, also Fremdkörper, in die Luftröhre geraten.

Nicht jeder Husten ist gleich

Husten kann ganz unterschiedliche Qualitäten haben. Bei einer Erkältung beginnt er meist als trockener Reizhusten und geht dann in einen verschleimten, „produktiven“ Husten über. Beim Keuchhusten, einer hochansteckenden, durch Bakterien ausgelösten Infektionskrankheit, hält der Husten über mehrere Wochen an und bildet stakkatoartige Anfälle. Krupp oder Pseudokrupp geht mit charakteristischem bellendem Husten („Schafhusten“) einher. Auch bei Asthma und COPD kommt Husten in unterschiedlichen Qualitäten vor. In allen Fällen gilt aber: Der Körper versucht (nicht immer erfolgreich), mit dem Husten Fremdkörper aus der Lunge, den Bronchien oder den Atemwegen auszuscheiden.

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Husten Mann

Hausmittel gegen Husten und Halsschmerzen

Klar: Bei einem lang andauernden Husten sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. In vielen Fällen ist aber auch durch Hausmittel eine gute Linderung zu erreichen:

  • Salbeitee mit Honig ist ein bekanntes Hausmittel gegen Halsschmerzen und kann auch Husten beruhigen. Auch ein Kaltauszug aus Eibischwurzel beruhigt die Atemwege.
  • Spezifischer gegen Husten hilft Spitzwegerich oder Thymian. Beide Kräuter werden als Tee aufgegossen und heiß getrunken.
  • Füllt man eine klein geschnittene Zwiebel in ein Schraubglas und gibt einen Löffel Honig dazu, bildet sich bald ein wässriger Saft, der teelöffelweise eingenommen werden kann. Analog funktioniert die Anwendung von schwarzem Rettich.
  • Auch Knoblauch ist ein wirksames Hausmittel und kann in unterschiedlichen Formen angewandt werden: als Tee, als Saft, als Zutat zu einer Einreibung oder in heißer Milch.
  • Warme oder kühlende Brustwickel können den Hustenreiz beruhigen. Manchmal werden Zutaten wie Topfen, Senf oder Kartoffeln dazugegeben, die die Wirkung verstärken.
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Husten Hausmittel

Atemnot

Unangenehm und manchmal gefährlich

Ist die Atmung auf unangenehme Weise erschwert, spricht man von Atemnot, Atembeschwerden oder Dyspnoe. Schweregrad und Empfindung der Probleme können sehr unterschiedlich sein: Manchmal ist „nur“ die Atmung für kurze Zeit etwas anstrengender als sonst, manchmal ist das Atmen so erschwert, dass Angstzustände, Kreislaufprobleme oder andere Symptome dazukommen. Vergeht die Atemnot nicht innerhalb kurzer Zeit, kann sie auch bedrohlich werden. Zum Ersticken führt akute Atemnot jedoch nur selten. Besonders bekannt ist Atemnot bei Asthma, aber die möglichen Gründe sind vielfältiger:

Ursachen für eine Atemnot

Atemnot tritt im Zusammenhang mit verschiedenen Krankheiten auf: Chronische Lungenkrankheiten mit Verengung der Luftwege, wie Asthma, COPD oder chronische Bronchitis, können starke Atemnotattacken verursachen. Aber auch bei akuten Infekten der Atemwege (Lungenentzündung oder Bronchitis), bei HerzinfarktenSekretansammlungen in der LungeLungenkrebs und anderen Erkrankungen kommt es zu Atemnot. Auch wenn die Luftwege (Luftröhre oder Bronchien) von Fremdkörpern verlegt sind, ist die Atmung erschwert oder im schlimmsten Fall sogar unmöglich. Die Gründe für die Atemnot können jedoch auch ganz harmlos sein: Untrainierte Menschen geraten bei Anstrengung leicht in Atemnot. Dann empfiehlt sich ein moderates Training. Manchmal liegt aber auch keine körperliche Ursache für das Auftreten von Atemnot vor. Die Entstehung kann dann psychosomatisch bedingt sein und mit Konflikten in der Partnerschaft, in der Familie oder im Job zu tun haben („dicke Luft“).

Atemnot - was tun?

Der wichtigste Ratschlag bei Atemnot heißt: Ruhe bewahren.

  • Lockern Sie enge Kleidung und nehmen Sie eine Körperposition ein, die die Atmung erleichtert, zum Beispiel den Kutschersitz.
  • Auch ein kühler Luftzug im Gesicht (zum Beispiel durch einen Ventilator oder Fächer) kann schnell Linderung bringen.

Tritt die Atemnot öfter auf, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Er kann die weitere Therapie verordnen, die sehr unterschiedlich sein kann: Je nach Ursache der Atemnot reichen Allgemeinmaßnahmen wie körperliche Aktivitäten oder Atemtechniken aus, manchmal werden aber auch medikamentöse Maßnahmen oder Verhaltenstherapien notwendig.

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Kutschersitz