Wann ist es zu kalt zum Joggen?
16.11.2021

Die Tage werden zunehmend ungemütlicher – Kälte, Wind und Feuchtigkeit machen die Zeit zu Hause reizvoller als im Freien. Wie schnell siegt da der innere Schweinehund und der Sport wird zugunsten geheizter Räume vertagt. Dazu kommt noch eine willkommene Ausrede: Kalte und trockene Luft reizt die Atemwege.

Grundsätzlich ist richtig: Durch kalte Luft ziehen sich die Bronchien zusammen, was für Lungenpatient*innen mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, denn ihre Bronchien sind meist ohnehin verengt. Dadurch wird die Sauerstoffzufuhr behindert, trockene Luft führt zusätzlich zu Hustenreiz – Atemnot und Exazerbationen können die Folge sein. Lange Aufenthalte in der kalten Luft und schweißtreibender Sport sind daher an kalten Tagen tatsächlich keine gute Idee. Bewegung gehört jedoch zu einem gesunden Lebensstil dazu und geht auch anders. Hier sind einige Tipps für Sport an kalten Tagen:1

  • Es muss nicht immer „echter“ Sport sein. Bewegung im Freien kann auch in Form eines Spaziergangs erfolgen und wirkt ebenso positiv auf Ihr Wohlbefinden.2
  • Wem Spazierengehen zu eintönig ist, der kann auch auf Eisstockschießen, Schneeschuhwandern oder Eiswandern setzen.
  • Ein warmes Getränk unmittelbar, bevor Sie das Haus verlassen, wärmt den Brustkorb und schützt vor kalter Luft.1
  • Einen Schutz vor kalter Luft bietet auch die Befeuchtung der oberen und unteren Atemwege. Salzhaltige Nasensprays und Inhalationen mit Kochsalzlösung erfüllen gute Dienste.1
  • Atmen Sie durch die Nase ein, denn dadurch wird die Luft angewärmt, bevor sie in die Bronchien gelangt.1
  • Wickeln Sie ein weiches, aber nicht haariges oder wolliges Tuch oder einen Schal um Nase und Mund. Auch das wärmt die Luft und macht sie feuchter.1
  • Ein Spaziergang in der Stadt eignet sich weniger gut als einer im Wald. Bäume und Sträucher filtern die Luft und machen sie feuchter.1
  • Nehmen Sie stets Ihre Notfallmedikamente mit, um im Fall des Falles rasch reagieren zu können.1
  • Achten Sie darauf, zu Hause regelmäßig zu lüften, um trockener Heizungsluft vorzubeugen. Sie trocknet die Schleimhäute aus, erhöht den Hustenreiz und schwächt die Abwehrkräfte.2

Sport muss im Übrigen nicht im Freien stattfinden. Suchen Sie sich ein passendes Yoga- oder Fitnessstudio und setzen Sie auf Indoor-Sport. Auch zu Hause lassen sich mithilfe geeigneter Videos und Anleitungen Bewegungsprogramme durchziehen.1 Denn denken Sie daran: Sport verbessert die Lungenfunktion und kräftigt die Atemmuskulatur – er macht Ihnen also das Leben leichter.