Bildgebende Diagnostik bei Lungenerkrankungen
01.06.2021

Der Blick ins Körperinnere gibt Ärzt:innen und Patient:innen Aufschluss darüber, welche Erkrankung wie weit fortgeschritten ist. Die Forschung sorgt für rasche Entwicklung neuer, besserer Methoden.

Unter bildgebenden Verfahren werden in der Medizin apparative, diagnostische Verfahren verstanden, die die Körperstrukturen bildlich, also visuell, darstellen. Im Fall von Lungenerkrankungen geht es dabei in den meisten Fällen um die Lunge.

Röntgen

Röntgenstrahlen durchleuchten den Körper und geben im Fall von Aufnahmen des Brustkorbs (Thorax) Aufschluss über den Zustand der Lunge. Röntgenstrahlen sind energiereiche elektromagnetische Wellen, die im Gegensatz zu ultravioletter Strahlung oder Radiowellen den Körper durchdringen. Je dichter das Gewebe ist, desto stärker werden die Strahlen abgeschwächt, Knochen sind als helle Strukturen sichtbar, genauso wie fibrosierendes – geschädigtes – Lungengewebe. Die Bestrahlungszeit – eine Millisekunde bis eine Sekunde – wird möglichst kurz gehalten, empfindliche Körperteile werden durch eine Bleidecke geschützt. Mittels Röntgenaufnahmen können Lungenentzündung, Tuberkulose, Tumoren, Lungenverletzungen, Blutansammlungen oder Erkrankungen des Rippenfells sichtbar gemacht werden.

Computertomografie

Eine Thorax-Computertomografie (Thorax-CT) ist ein Schnittbildverfahren und zeigt Schicht für Schicht zweidimensionale Bilder von Organen und Gewebe. Graustufen geben Hinweise auf die Gewebedichte. Der Computer setzt zwei- zu dreidimensionalen Bildern zusammen und liefert dadurch einen räumlichen Blick auf die Lunge. Die CT ist deutlich genauer als das konventionelle Röntgenverfahren, die Strahlenbelastung ist jedoch höher. Manchmal werden Kontrastmittel eingesetzt, die den Kontrast zwischen den Geweben und Strukturen verstärken. Die CT wird bei Tumoren, akuter Lungenembolie, Lungenhochdruck, Lungenfibrose, fortgeschrittener COPD und Lungenentzündung bei Risikopatienten eingesetzt. Weiterentwicklung der CT sind die Spiral- und die Volumen-CT.

Magnetresonanztomografie oder Kernspintomografie

Für die Magnetresonanztomografie (MRT) sind keine Röntgenstrahlen erforderlich. Mit der MRT kann besonders Weichteilgewebe, also nicht knöcherne Teile, gut dargestellt werden. Insbesondere die Lage und Ausdehnung von Lungentumoren können mit der MRT festgestellt werden. Auch eine Verlaufskontrolle von Tumoren wird gerne mittels MRT durchgeführt. Sie eignet sich gut für strahlenempfindliche Personen oder Schwangere und für detaillierte Fragen wie die Ermittlung der Lungendurchblutung (Perfusion), die Atemmechanik oder zur kontrastmittelfreien Darstellung von akuten oder chronischen Lungenembolien sowie in der Diagnostik von Lungenhochdruck, der zystischen Fibrose (Mukoviszidose) oder Lungenvenenfehlmündungen. Manche Menschen mit Raumangst scheuen die Enge des MRT-Geräts.

Lungenszintigrafie

Bei der Lungenszintigrafie können über schwach radioaktive Substanzen Stoffwechselvorgänge bzw. die Durchblutung und Belüftung der Lunge sichtbar gemacht werden. Bestimmte Bahnen der Blut- und Luftversorgung lassen sich damit gut darstellen, aber auch Tumoren und Metastasen sind mit der Szintigrafie gut sichtbar. Bei der Szintigrafie der Lungen sind die Perfusions- und die Ventilations-Szintigrafie die Standardmethoden. Zunächst wird meist eine Perfusions-Szintigrafie durchgeführt, mit der die Durchblutung der Lunge überprüft werden kann. Sind hier Störungen zu erkennen, wird zusätzlich eine Ventilations-Szintigrafie durchgeführt, mit der dann die Atemfunktion beurteilt werden kann. Die Strahlenbelastung ist sehr gering.

Ultraschall (Sonografie, Echografie)

Beim Ultraschall werden mithilfe von Schallwellen, deren Frequenz jenseits des menschlichen Hörvermögens liegt (mehr als 10.000 Hertz), Bilder des Körperinneren erzeugt. Die Bilder können während der Aufnahme via Bildschirm betrachtet werden. Für Ultraschall wird die Haut mit einem wasserhaltigen Gel eingerieben, damit zwischen Schallkopf und Haut keine Luft bleibt – das würde die Bildqualität beeinträchtigen. Der Schallkopf, mit dem die Ärztin/der Arzt über die Haut streicht, dient als Sender und Empfänger der Ultraschallwellen. Ultraschall liefert besonders gute Bilder bei flüssigkeitsgefüllten und gut durchbluteten Organen. Beim Lungenultraschall kann der Raum zwischen Brust- und Rippenfell (Pleura) damit überprüft werden. Beim Ultraschall gibt es keine Strahlenbelastung. Eine Sonderform, die Endosonografie, wird für Lungenerkrankungen genutzt, indem der Schallkopf mit einem Endoskop in die Speiseröhre eingeführt wird. Der endobronchiale Ultraschall (EBUS) kombiniert die endobronchiale Sonografie mit der Bronchoskopie.