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Was passiert bei einer Pleurapunktion?

04.06.2024

Bei einer Pleurapunktion wird aus dem Pleuraspalt – das ist der Raum zwischen Rippen und Lungen – Flüssigkeit entnommen, die sich im Zuge krankhafter Prozesse angesammelt hat.  

Die Punktion dient vor allem der Diagnose, wenn die Ursache von Ergüssen im Pleuraraum abgeklärt werden muss, kann aber auch zu therapeutischen Zwecken vorgenommen werden1, etwa bei großer Atemnot im Fall eines Pleuraergusses (Flüssigkeitsansammlung im Pleuraraum)3. Außerdem wird eine Punktion oder Drainage bei einem Pneumothorax auch zur Entfernung von Luft aus dem Pleuraraum durchgeführt.1 

Transsudat oder Exsudat 

Die Pleurapunktion wird meist zusammen mit einer Ultraschallkontrolle durchgeführt, um das Resultat laufend zu kontrollieren, und stellt eine relativ einfache und schnelle Möglichkeit dar, der Patientin oder dem Patienten Erleichterung zu verschaffen. Bei einer Punktion wird meist maximal 1.000 bis 1.200 ml entnommen, um ein Lungenödem (Wasser in der Lunge) zu verhindern.4 

Wichtig ist bei der Abklärung der Ursachen von Ergüssen die Unterscheidung zwischen einem Transsudat, einer klaren Flüssigkeit mit wenig Eiweißgehalt (unter 30 Gramm/Liter), und einem Exsudat, einer zellreichen Flüssigkeit mit hohem Eiweißgehalt (über 30 Gramm/Liter). Sie erfolgt anhand des Eiweißgehalts der Flüssigkeit im Vergleich mit dem Eiweißgehalt im Blut, der bei 30 Gramm/Liter liegt. Gründe für ein Transsudat können unter anderem Herzschwäche oder Probleme mit Leber oder Nieren sein. Gründe für ein Exsudat können unter anderem Infektionen wie eine Lungenentzündung, eine Rippenfellentzündung oder eine Tuberkulose sein, aber auch immunologisch-entzündliche Prozesse, z. B. bei rheumatischen Erkrankungen, Lungenembolie oder Bauchspeicheldrüsenentzündung. Auch Krebs kann ein Exsudat verursachen.1 In jedem Fall gibt die entnommene Flüssigkeit wichtige Aufschlüsse über die Erkrankung. 

Punktion im Sitzen 

Im Rahmen einer Therapie kann eine Pleurapunktion notwendig werden, um Flüssigkeit oder Luft zu entfernen, die die Lunge bedrängen2, um eine Drainage vorzunehmen oder im Zusammenhang mit einer Pleurodese, dem „Verkleben“ des Brustfells.1 Aufgrund der Verdrängung der betroffenen Lungenhälfte zur Gegenseite kommt es zu einer Behinderung der Atmung.2 Die Punktion oder Drainage eines Pneumothorax erfolgt meist in Rückenlage oder im Sitzen von vorne knapp unter dem Schlüsselbein. Die Punktion oder Drainage eines Ergusses erfolgt meist von hinten oder seitlich möglichst knapp oberhalb des Zwerchfells. Die Proben dienen der Weiteruntersuchung im Labor, verschiedene Werte werden erhoben – etwa der Eiweißgehalt oder der Keimbefall. Dafür sitzt der:die Patient:in oder befindet sich in Seitenlage. Die Ärztin oder der Arzt zeichnet eine Stelle zwischen den Rippen an, verwendet ein lokales Anästhetikum und entnimmt dann die Flüssigkeit mit einer Punktionsnadel. Vor, meist auch während und nach der Behandlung werden bildgebende Verfahren angewandt.1 

Untergewicht, mehrere Punktionsversuche und eine große Menge entnommener Flüssigkeit stellen Risikofaktoren einer Pleurapunktion dar. Bei Blutungsneigung, unkontrolliertem Husten und sehr geringem Flüssigkeitsvolumen kann sie nicht durchgeführt werden.3 

2395/TCP/MehrLuftTexte/AT/04-2024