Nebelwetter: Soll man als Lungenpatient*in trotzdem raus?
22.11.2021

Nebel wirkt auf Asthma- und COPD-Patient*innen wie ein Reizstoff, der Atemprobleme noch verstärkt. Verzichten müssen sie auf ihren täglichen Spaziergang dennoch nicht, denn es gibt Abhilfe.

Lungenpatient*innen bekommen von Anbeginn ihrer Erkrankung eingetrichtert, dass sie bei Nebelwetter Vorsicht walten lassen müssen, da die Wetterlage zur Verschlimmerung der Beschwerden führen kann. Die Ursache sind die feinen Wassertröpfchen, die nass und kalt sind. Die Kälte führt dazu, dass sich die Bronchien beim Einatmen weiter verengen und weniger Sauerstoff transportiert wird.1 Dazu kommt die Feuchtigkeit: Sie kann an sich zwar auch einen positiven Effekt haben3, im Nebel wirkt sie jedoch eher negativ, denn sie sorgt für vermehrte Wassereinlagerungen in den Schleimhäuten der Atemwege, wodurch sie anschwellen. Sind die Atemwege ohnehin krankheitsbedingt verengt, führt dies zu einer Verstärkung der Atemnot.1

Schadstoffe, Nässe und Kälte

Darüber hinaus sammeln sich in den winzigen Wassertropfen Luftschadstoffe wie Feinstaub und andere – vor allem aus Autoabgasen und Heizungen – besonders rasch, denn Wasser wirkt in dieser Hinsicht wie ein Magnet. Dadurch werden die Schadstoffe tief in die Bronchien befördert.1 Besonders heikel ist der Effekt bei Inversionswetterlage, wenn also die oberen Luftschichten wärmer sind als die darunter liegenden. Die Luft kann dadurch nicht mehr zirkulieren und Kaltluftblasen bilden sich.2 Sobald die Luft schlechter zirkuliert, ist folglich die Anreicherung mit Schadstoffen besonders groß.

Schutz und Vermeidung

Dieses Negativszenario bedeutet jedoch nicht, dass Sie als Lungenpatient*in bei Nebelwetter zu Hause bleiben müssen. Trinken Sie einen heißen Tee, bevor Sie starten, um den Brustkorb vorzuwärmen.3 Gegen den Kältereiz hilft ein leichter, keinesfalls wolliger oder haariger Schal, der über Nase und Mund gelegt wird. Die Luft, die über die Nase eingeatmet wird, kann so besser erwärmt, gereinigt und angefeuchtet werden.1 Atmen Sie daher bevorzugt durch die Nase ein.3 Die Schleimhäute schwellen zudem weniger leicht an, wenn vor dem Spaziergang bzw. regelmäßig mit Salzwasser inhaliert wird. Damit wird außerdem Infektionen mit Erkältungserregern vorgebeugt – ein höchst willkommener Nebeneffekt. Inversionswetterlagen bleiben allerdings ungünstig. Im Idealfall setzen Sie also statt des Stadtbummels auf einen Waldspaziergang, der besonders saubere Luft bietet3, oder absolvieren Sie Ihren Spaziergang in höheren Lagen.1

Sport im Freien bleibt an Nebeltagen ein Risiko und sollte daher lieber nach innen verlegt werden. Ein paar Kraftübungen statt einer Joggingrunde tun dem Körper aber auch gut.1