Das Krankheitsmanagement von COPD ist oft eine große Herausforderung. Mitunter liegt das auch an den Begleiterkrankungen, die die Krankheit mit sich bringt – sie betreffen nämlich nicht nur die Lunge, sondern den ganzen Körper.1
Das Krankheitsmanagement von COPD ist oft eine große Herausforderung. Mitunter liegt das auch an den Begleiterkrankungen, die die Krankheit mit sich bringt – sie betreffen nämlich nicht nur die Lunge, sondern den ganzen Körper.1
COPD wird als „Systemerkrankung“ definiert. Das heißt, sie wirkt sich auf viele weitere Bereiche aus als nur auf die Lunge. Darüber hinaus hat das Zigarettenrauchen weitreichende Konsequenzen für andere Organe.1
Begleiterkrankungen werden als Komorbiditäten bezeichnet und gelten dann als solche, wenn sie als eigenständige Krankheit diagnostiziert werden. Bei COPD sind das beispielsweise Herzerkrankungen, Diabetes oder Osteoporose.1,2
Studien zeigen, dass das keine Ausnahme ist, sondern eher die Regel: Mehr als die Hälfte der COPD-Patient:innen hat ein bis zwei Begleiterkrankungen, viele sogar drei oder mehr. Nur ein kleiner Teil – rund sechs Prozent – lebt ausschließlich mit der COPD-Diagnose allein.2
Es ist derzeit nicht eindeutig klar, wie wahrscheinlich eine Patientin oder ein Patient eine spezifische Begleiterkrankung bekommt – vorrangig auch deshalb, weil sich jede Krankheitsgeschichte anders darstellt und individuell entwickelt.1
Allerdings liefert die Häufigkeit der Begleiterkrankungen dennoch wichtige Hinweise und zeigt, dass Herz-Kreislauferkrankungen unter COPD-Betroffenen am weitesten verbreitet sind:3
1. Hypertonie (Bluthochdruck)
2. Herzschwäche
3. koronare Herzerkrankung (Erkrankung der Herzkranzgefäße)
4. Diabetes ("Zucker"-Krankheit)
5. Fett-Stoffwechselerkrankung
6. Osteoporose (Knochenschwund)
Das kardiovaskuläre Risiko bestätigte auch eine große kanadische Studie, die Menschen mit und ohne COPD über mehrere Jahre beobachtete: COPD-Betroffene ohne vorherige Herzerkrankung hatten im Vergleich zur gesunden Bevölkerung ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse – und eine höhere Sterblichkeit.4
Studien zeigten zudem, dass sich erhöhte Risiken nicht erst bei einer gesicherten COPD-Diagnose ergaben, sondern bereits bei eingeschränkter Lungenfunktion oder einer Vorstufe der Erkrankung. Betroffene haben eine rund 25 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, ein schwerwiegendes Herz-Kreislauf-Ereignis zu erleiden.4
Begleiterkrankungen sind also keinesfalls ein Randthema. Sie beeinflussen den Verlauf von COPD maßgeblich und gehen häufig mit schlechteren Gesundheitswerten einher. Betroffene sollten daher regelmäßige Check-ups aktiv nutzen und gezielt nach einer Untersuchung von Blutdruck und Herz fragen. Auch auf ärztlicher Seite gilt: Das kardiovaskuläre Risiko muss bei COPD-Patient:innen konsequent überwacht werden. 2,3,4
1: https://www.copd-deutschland.de/images/patientenratgeber/patientenbroschueren/begleiterkrankungen.pdf
2: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2645334/
3: https://www.lungenunion.at/herzschwaeche-haeufige-begleiterkrankung-der-copd/
4: https://www.ogp.at/blog/copd-patientinnen-durch-herz-kreislauf-erkrankungen-besonders-gefaehrdet/