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COPD und Schlaf: Wenn die Nacht zur Belastung wird

13.04.2026

Schlaf ist – neben ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung – eine der wichtigsten Säulen unserer Gesundheit. Schlechter oder zu wenig Schlaf kann bei Menschen mit COPD die Symptome verschlimmern, die Zahl der Krankenhausaufenthalte erhöhen und das psychische Wohlbefinden beeinträchtigen. Hinzu kommt bei vielen Betroffenen die Sorge vor Exazerbationen oder Krankenhausaufenthalten.1

COPD und Schlafstörungen: ein häufig unterschätztes Problem

Schlafstörungen gehören zu den häufigen, aber oft übersehenen Begleiterscheinungen von COPD. Studien zeigen, dass bis zu 75 Prozent der Patientinnen und Patienten unter gestörtem Schlaf leiden – etwa durch Insomnie, obstruktive Schlafapnoe (OSA) oder häufiges nächtliches Erwachen aufgrund von Husten und Atemnot.1

Die Ursachen sind vielfältig. Die krankheitsbedingte Verengung der Atemwege ist nachts häufig stärker ausgeprägt und kann zu Luftnot (Dyspnoe) und Hustenanfällen führen, die Betroffene aus dem Schlaf reißen. Auch Medikamente zur Behandlung der COPD können die Schlafqualität beeinflussen.2

Schlafstörungen zählen insgesamt zu den am häufigsten berichteten Symptomen bei COPD. In einer groß angelegten Studie traten sie bei rund 40 Prozent der Patientinnen und Patienten auf.3 Besonders betroffen sind das Ein- und Durchschlafen: Leichtschlafphasen überwiegen, der REM-Schlaf ist reduziert, und Schlafphasenwechsel sowie kurze Weckreaktionen treten häufiger auf. Die Schlafeffizienz liegt bei vielen Betroffenen mit 50 bis 70 Prozent deutlich unter dem Normalbereich.3

Was passiert im Körper während des Schlafs?

Während des Schlafs verändern sich mehrere Faktoren, die die Atmung beeinflussen: die zentrale Atemsteuerung, die Lungenmechanik und die Muskelaktivität. Bei gesunden Menschen haben diese Veränderungen meist keine spürbaren Auswirkungen. Bei COPD-Patientinnen und -Patienten können sie jedoch – besonders während des REM-Schlafs – zu einem deutlichen Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut (Hypoxämie) und zu einem Anstieg des Kohlendioxidgehalts (Hyperkapnie) führen.3

Eine wichtige Rolle spielt dabei die sogenannte Hypoventilation, also eine zu flache oder zu langsame Atmung. Bei COPD wird sie durch mehrere Faktoren begünstigt: Atemwegsobstruktion, Lungenüberblähung (Hyperinflation), eine eingeschränkte Atemmuskulatur sowie eine verminderte Reaktion auf erhöhte Kohlendioxid- oder erniedrigte Sauerstoffwerte im Blut. Auch bestimmte Medikamente wie Schleifendiuretika oder orale Steroide können diese Prozesse beeinflussen.3

Besonders kritisch ist der REM-Schlaf. In dieser Schlafphase nimmt die Aktivität der Atemhilfsmuskulatur deutlich ab. Für Menschen mit COPD kann das problematisch sein: Durch die Überblähung der Lunge ist das Zwerchfell bereits in seiner Funktion eingeschränkt, weshalb Betroffene stärker auf ihre Atemhilfsmuskulatur angewiesen sind. Fällt diese Unterstützung im REM-Schlaf teilweise weg, kann sich die Atmung deutlich verschlechtern.4

Auch die Körperlage spielt eine Rolle. In Rückenlage kann sich die Atemwegsobstruktion verstärken, was Hyperinflation und Hypoventilation weiter begünstigt. Die erhöhte Atemarbeit führt zu häufigeren Weckreaktionen und trägt so zu gestörtem Schlaf bei. Zusätzlich kann die verminderte Muskelspannung im REM-Schlaf dazu führen, dass die oberen Atemwege leichter kollabieren – ein Mechanismus, der auch bei der obstruktiven Schlafapnoe eine Rolle spielt.4

Studienergebnisse: Was die Forschung zeigt

Nächtliche Schlafstörungen und Sauerstoffmangel können langfristig zu Folgeerkrankungen beitragen, darunter Herzrhythmusstörungen oder Lungenhochdruck. Besonders problematisch sind Schlafstörungen während Exazerbationen – also akuten Phasen der Krankheitsverschlechterung. Umso wichtiger ist es, nächtlichen Husten und Sauerstoffmangel möglichst zu reduzieren.5

Eine Untersuchung mit 64 COPD-Patientinnen und -Patienten aus den USA zeigte, dass eine pulmonale Rehabilitation die Schlafqualität deutlich verbessern kann.2 Weitere Studien legen nahe, dass Schlafmangel zwar mit einem geringen Rückgang von Lungenfunktionswerten wie FEV1 und FVC verbunden sein kann, eine einzelne Nacht mit gestörtem Schlaf bei stabiler COPD jedoch meist keine unmittelbaren klinischen Folgen hat.6

Was kann man tun? Behandlungsoptionen im Überblick

Der wichtigste erste Schritt ist eine möglichst optimale Behandlung der COPD selbst. Bei Insomnie gilt die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) als Therapie der Wahl und zeigt langfristig bessere Ergebnisse als Schlafmittel. Studien zeigen, dass bis zu 70 Prozent der Betroffenen von dieser Therapieform profitieren können.1

Auch medikamentöse Ansätze können sinnvoll sein. In Studien zeigten sogenannte Melatoninrezeptor-Agonisten positive Effekte auf die Schlafqualität. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Sauerstofftherapie über Nasensonden oder Nasenbrillen in Betracht gezogen werden.5

Bei COPD-Patientinnen und -Patienten mit Hypoventilation und Sauerstoffmangel kommt häufig eine nicht-invasive Beatmung zum Einsatz, etwa die BiPAP-Therapie (Bilevel Positive Airway Pressure). Diese ermöglicht spontanes Atmen zwischen den Atemzügen. Liegt hingegen eine obstruktive Schlafapnoe vor, empfehlen Fachleute meist eine kontinuierliche Überdruckbeatmung mit einer CPAP-Maske (Continuous Positive Airway Pressure). Studien zeigen, dass diese Therapie auch die nächtliche Sterblichkeit deutlich reduzieren kann.5

Wer stark schnarcht oder tagsüber unter ausgeprägter Müdigkeit leidet, sollte eine Schlafuntersuchung in Betracht ziehen. Diese kann bei spezialisierten Gesundheitsdienstleistern oder – bei komplexeren Fällen – im Krankenhaus durchgeführt werden. Ergänzend können Lebensstilmaßnahmen wie Gewichtsnormalisierung, weniger Alkoholkonsum oder das Schlafen in Seitenlage die Schlafqualität verbessern.1

Schlafstörungen bei COPD sind häufig und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Gleichzeitig sind sie gut behandelbar – vorausgesetzt, sie werden erkannt und ernst genommen.