Wie funktioniert eine Lungenvolumenreduktion?

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Wie funktioniert eine Lungenvolumenreduktion?

Um ein fortgeschrittenes Lungenemphysem zu therapieren, kommt in vielen Fällen eine bronchoskopische Lungenvolumenreduktion (BLVR) zum Einsatz. Das überblähte Lungengewebe wird dadurch verringert und die Atmung erleichtert.

Die bronchoskopische oder endoskopische Lungenvolumenreduktion (BLVR oder ELVR) ist ein minimalinvasiver chirurgischer Eingriff, der bei einem fortgeschrittenen Lungenemphysem – einer Überblähung der Lungenbläschen (Alveolen) – zur Anwendung kommt. Das Ziel ist immer eine Verringerung des Lungenvolumens. Die „Bullektomie“ ist das operative Gegenstück zur BLVR, eine operative Entfernung von Lungenblasen.1 Heute wird jedoch der minimalinvasiven Variante der Vorzug gegeben.

Verschiedene Methoden

Mehrere Methoden der BLVR stehen zur Verfügung. Ein schlauchförmiges Gerät mit Kamera wird dabei über die Luftröhre in die Bronchien bis in die Lungen eingeführt. Dort kann nun mithilfe verschiedener Mittel das Lungenvolumen reduziert werden:1,2

  • Schaum (polymerische LVR): Polymerschaum führt zu einer Entzündung und einer narbigen Schrumpfung des Gewebes (Fibrose); irreversibler (nicht rückgängig machbar) Eingriff
  • Wasserdampf (Thermoablation): Behandlung mit Wasserdampf führt zu Entzündung und Fibrose; irreversibel
  • Coils (dt. Spiralen): spiralförmige, ca. 100 bis 150 mm lange Metallimplantate; werden in gestreckter Form eingebracht, ziehen sich zusammen und falten den erweiterten Lungenabschnitt; ca. 10 Coils pro Lungenflügel; teilweise reversibel
  • Ventile: bekannteste Form der BLVR, Ventile führen zum Verschluss des erweiterten Lungengewebes; reversibel
  • Airway Bypass: Setzung kleiner Löcher in die Wände der Atemwege und Umleitung der überschüssigen Luft über größere Atemwege

Komplexer Eingriff

Ein Bronchoskop ist jenes Instrument, mit dem eine „Lungenspiegelung“ durchgeführt werden kann, also eine Untersuchung der Lunge. Eine starre Bronchoskopie wird in Narkose durchgeführt – die Verletzungsgefahr ist höher, aber sie erlaubt umfangreichere Eingriffe. Heute wird meist eine flexible Bronchoskopie durchgeführt. Sie ist schonender, bequemer und erfordert keine Narkose. Bei einer BLVR kommen außerdem Lungenröntgen, eine Computertomografie des Brustkorbs, ein Lungenfunktionstest, ein Belastungstest, Blutabnahme, Blutgasanalyse und andere Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Mit den Untersuchungsergebnissen kann beurteilt werden, ob und für welche Form der BLVR ein Patient infrage kommt.2

Bei Lungenvolumenreduktionen besteht auch eine Reihe von Risiken: Symptomverschlechterung (Exazerbation), Luft im Brustkorb durch Verletzung des Lungengewebes (Pneumothorax), Bluthusten oder Atemwegsinfektionen. Dem stehen jedoch große Chancen auf eine verbesserte Belastbarkeit und Lebensqualität gegenüber.3

Quellen

 

Erschienen am 22.09.2020

Foto © Anton – stock.adobe.com

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