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Was tun bei Kurzatmigkeit?

23.04.2024

Kurzatmigkeit bei Lungenerkrankungen wird auch als Atemnot oder Dyspnoe bezeichnet und macht Angst. Sie ist ein typisches Symptom von Lungenkrankheiten und kann die Lebensqualität beeinträchtigen. 

In vielen Fällen decken Therapien eines der quälendsten Begleitsymptome von Lungenkrankheiten nicht ab: die Atemnot. Mit gezielten Maßnahmen kann effizient gegengesteuert werden, um dem Symptom den Schrecken zu nehmen.  

In jedem Fall sollte Kurzatmigkeit zunächst ärztlich abgeklärt werden, damit die Grunderkrankung behandelt wird. Sie geht mit vielen Lungenerkrankungen wie COPD, Lungenfibrose oder Asthma einher, kann aber auch als Folge einer anderen Erkrankung entstehen. Atemnot bei chronischen Erkrankungen tritt zunächst nur bei stärkerer körperlicher Belastung auf. Im Verlauf der Erkrankung kann sie allerdings schon bei leichter körperlicher Aktivität oder sogar in Ruhe entstehen. 

Vorbeugung bei Atemnot:1 

  • Gute Planung von Aktivitäten (sog. Coping) – um Hilfe bitten, nicht zu viel planen, Vermeidung von Eile 
  • Einteilung der Kräfte (sog. Pacing) – geringes Tempo, Pausen, Unterstützung durch andere 
  • Bei Anstrengung bewusst ausatmen 
  • Nicht gleichzeitig anstrengen und sprechen 
  • Halten Sie zu Hause wichtige Dinge wie Ihren Inhalator griffbereit. 
  • Behalten Sie Ihr Mobiltelefon stets bei sich. 
  • Regelmäßig kleinere statt wenigen großen Mahlzeiten 
  • Nutzen Sie Hilfsmittel zur Bewältigung von Alltagsaktivitäten wie Einkaufswagen, langer Schuhlöffel, Sockenanziehhilfe, Duschhocker, Betterhöhung, Rollator etc. 
  • Entspannungsübungen praktizieren 

Soforttricks bei Atemnot:  

  • Kühles Tuch aufs Gesicht oder Wasser ins Gesicht 
  • Handventilator bzw. kühle, frische Luft4 
  • Bauch- bzw. Zwerchfellatmung2 
  • Lippenbremse3 
  • Atemerleichternde Körperpositionen 
  • Rituale 

Bauchatmung bis Lippenbremse2,3 

Für die Bauchatmung atmen Sie durch die Nase, nicht durch den Mund, und versuchen, die Atmung vom oberen Brustkorb in den unteren Bauchraum zu verlagern. Üben Sie diese Technik regelmäßig und wenden Sie sie an, wenn Sie die Atemnot sehr anstrengt und wenn Sie ängstlich sind. Ein Handventilator kann unterstützend wirken. Manchmal ist es einfacher, durch die Nase einzuatmen, aber mit locker zugespitzten Lippen über den Mund auszuatmen. Besonders Menschen mit COPD oder Emphysem schätzen diese sogenannte Lippenbremse, die sich gut mit der Bauchatmung kombinieren lässt. 

Auch atemerleichternde Körperpositionen können helfen. Dazu gehört, die Arme aufzustützen oder nach oben hin abzulegen und den Oberkörper nach vorne zu beugen oder nach oben zu strecken, doch für jede:n ist eine andere Position besonders hilfreich. Wichtig ist in jedem Fall, Hände, Handgelenke, Schultern, Nacken und Kiefergelenke so gut es geht zu entspannen. 

Bei aufkommender Panik aufgrund von Atemnot können zuvor eingeübte Rituale helfen. Das kann ein Handventilator sein, der beruhigt und hilft, oder die Konzentration auf einen bestimmten Atemrhythmus oder Sätze, die beruhigen und die Angst nehmen. Üben Sie, Ihre Gedanken über Atemnot zu kontrollieren, negatives Denken zu vermeiden und positive, Mut machende Gedanken zu haben. Entspannungsübungen können das Prozedere unterstützen. 

Sollte Ihre Atemnot sich insgesamt verschlechtern oder überhaupt erstmals Atemnot auftreten, dann ist es wichtig, dass Sie zunächst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen. 

2386/TCP/MehrLuftTexte/AT/04-2024

 

Quellen: 

https://www.stiftung-atemweg.de/fileadmin/Stiftung_Atemweg/Downloads/Atemnotbroschuere_2022.pdf 

1) Seite 27, Seite 33 

2) Seite 23  

3) Seite 25f 

4) Seite 43f 

5) Seite 53f 

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Quellenangabe