Tuberkulose: Facts & Figures

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Tuberkulose: Facts & Figures

Tuberkulose, früher auch Schwindsucht genannt, ist eine Infektionskrankheit, die weltweit auftritt. TBC ist via Tröpfcheninfektion hoch ansteckend und meldepflichtig.

Übertragung: Mykobakterien (und andere) durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, selten über Lebensmittel, Rinder

Inkubationszeit: mehrere Wochen bis Monate, mitunter sogar Jahre

Symptome: Schwäche, Müdigkeit, leichtes Fieber, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Gewichtsverlust, bei Lungentuberkulose Husten, atemabhängige Schmerzen (Primärtuberkulose), oft verkannt als grippaler Infekt

Beschwerdebild: lokale Entzündungen, meist in den Atemwegen und Lymphknoten, andere Organe bei der Organtuberkulose

Bei 90 % aller Betroffenen verkapseln sich die Bakterien in kleinen Knötchen, den Tuberkeln, und führen dazu, dass die Krankheit nicht bemerkt wird – hier spricht man von einer latenten Tuberkulose. Bei geschwächtem Immunsystem bricht eine aktive Tuberkulose aus. Auch Jahrzehnte danach kann sie neuerlich ausbrechen – dabei handelt es sich um eine postprimäre Tuberkulose. Bricht nach langer Zeit ein Entzündungsherd auf und gelangen die Erreger in die Atemwege, spricht man von offener Tuberkulose.1)

Häufigkeit

Tuberkulose ist die häufigste zum Tode führende bakterielle Infektionskrankheit der Welt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO verzeichnete 2016 weltweit rund 10 Millionen Neuerkrankungen, wovon 1,7 Millionen tödlich endeten. Die Sterblichkeit liegt weltweit bei 15 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Besonders häufig betroffen sind Entwicklungsländer und Krisengebiete – rund 80 Prozent aller Tuberkulosefälle entfallen auf Südostasien und Afrika. 2013 wurden die meisten neuen TBC-Fälle in Indien (2,0-2,3 Mio.), China (0,9-1,1 Mio.) und Südafrika sowie Indonesien (je 0,41-0,52 Mio.) verzeichnet.1),2) Ein Drittel der Menschheit, also rund 2 Milliarden Betroffene, sind laut Schätzungen der WHO mit dem Erreger infiziert, 5 bis 10 % davon erkranken an aktiver TBC, Männer 1,6-mal so häufig wie Frauen.2),4)

Im Jahr 2018 sind laut Statistik Austria 481 Fälle von ansteckender Tuberkulose in Österreich gemeldet worden, um 41 % weniger als noch zehn Jahre davor. Das entspricht 5,43 Fällen pro 100.000 Österreicher.3),4)

Behandlung

Von Tuberkulose betroffen sind vor allem Kleinkinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Wird sie nicht behandelt, kann es zu einer besonders gefährlichen Form, der Miliartuberkulose, kommen, bei der sich viele Entzündungsherde im Körper bilden. Daraus entstehen häufig lebensbedrohliche Meningitis oder Sepsis.1) Problematisch ist die zunehmende Resistenzentwicklung gegen die normalerweise erfolgreiche Antibiotikatherapie.2)

Vorbeugung

Die BCG-Impfung gegen Tuberkulose wurde lange Zeit in Europa eingesetzt. Sie schützt nicht vor Infektion, kann aber die Miliartuberkulose und die TBC-Meningitis verhindern. Wegen der Nebenwirkungen empfiehlt die WHO heute Ländern mit weniger als 0,1 % Tuberkuloserisiko nicht zu impfen. In Österreich gibt es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff.1) Laut WHO ist die TBC-Sterblichkeit seit 1990 um 45 % gefallen.2)

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