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Menopause beeinträchtigt die Lungenfunktion

19.02.2026

Die Menopause leitet in vielerlei Hinsicht eine neue Lebensphase ein – auch für die Lunge. Was sich hierbei verändert und worauf das zurückzuführen ist, haben wir uns genauer angesehen.

Erste spannende Ergebnisse liefert eine norwegische Langzeitstudie, die mehr als 1.400 Frauen über einen Zeitraum von 20 Jahren begleitete. Zu Beginn war keine der Teilnehmerinnen in den Wechseljahren – viele von ihnen durchliefen dann während der Beobachtungszeit die Menopause.1

Lebensphase beeinflusst Lungenkapazität

Die Auswertung zeigte, dass sich die Lungenfunktion in dieser Lebensphase stärker verschlechtert, als es allein durch das Älterwerden zu erwarten wäre. Sowohl die gesamte Lungenkapazität als auch die Ausatemleistung nahmen überdurchschnittlich ab. Der Rückgang ist mit den Auswirkungen langjährigen Rauchens vergleichbar.1 Besonders betroffen ist dabei auch die Vitalkapazität. Vermutlich trägt unter anderem ein östrogenbedingter Knochenabbau im Bereich der Brustwirbelsäule dazu bei, was Atembeschwerden verstärken kann.2

Eine verringerte Lungenfunktion kann sich durch Atemnot, rasche Erschöpfung oder eine geringere Belastbarkeit bemerkbar machen. Besonders ausgeprägt waren die Veränderungen bei Frauen, die rauchten oder früher geraucht hatten. Die Forschenden vermuten, dass hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren Entzündungsprozesse begünstigen und zudem den Knochenabbau fördern können – beides Faktoren, die die Atmung langfristig beeinflussen.1 Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Frauen und Mediziner:innen der Atemgesundheit während und nach den Wechseljahren gezielt Aufmerksamkeit schenken sollten.2

Schlüsselfaktor Hormone

Nach den Wechseljahren steigt bei Frauen insgesamt das Risiko, erstmals an Asthma zu erkranken. Einige Studien deuten außerdem darauf hin, dass eine Östrogentherapie bei Frauen mit einem niedrigeren Körpergewicht das Asthmarisiko sogar erhöhen könnte – die Forschungsergebnisse dazu sind jedoch nicht eindeutig.2

Asthma kann sich in der Zeit vor den Wechseljahren, der sogenannten Perimenopause, jedenfalls deutlich verschlimmern. In dieser Phase schwanken die Spiegel der weiblichen Sexualhormone stark – das wiederum kann die Atemwege beeinflussen.3

Tritt Asthma nach der Menopause erstmals auf, handelt es sich häufig um nicht-allergisches Asthma. Betroffene berichten oft, dass die üblichen Medikamente weniger gut wirken und das Asthma schwerer zu kontrollieren ist. Deshalb ist es wichtig, bei neuen Symptomen frühzeitig mit der Ärztin oder dem Arzt über eine Untersuchung zu sprechen.3

Im Gleichgewicht bleiben

Übergewicht kann in den Wechseljahren zusätzlich das Risiko erhöhen, Asthma zu entwickeln. Es empfiehlt sich, ab Beginn der Wechseljahre regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) die Lungenfunktion überprüfen zu lassen und sich gleichzeitig beraten zu lassen, wie man Gewicht, Knochen- und Herzgesundheit optimal unterstützt.3 Auch eine Hormonersatztherapie (HRT) kann eine Rolle spielen: Sie kann typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen lindern und in manchen Fällen Asthmasymptome verbessern. Gleichzeitig ist eine ärztliche Beratung wichtig, da die Therapie bei einigen Frauen nach der Menopause die Asthmakontrolle verschlechtern kann.3