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Legionellen in Klimaanlagen – gefährlich, aber vermeidbar

10.08.2026

1976 begann alles als medizinisches Rätsel: Beim Treffen amerikanischer Vietnamveteranen in einem Hotel in Philadelphia erkrankten Dutzende Teilnehmer an einer bis dahin unbekannten Lungenentzündung. Es stellte sich später heraus, dass sie durch Bakterien, die sich in den Lüftungskanälen des Gebäudes angesiedelt hatten, ausgelöst wurde. So jedenfalls kam die Legionärskrankheit zu ihrem Namen.1

Was sind Legionellen?

Legionellen sind weit verbreitete Umweltbakterien, die natürlicherweise in Gewässern vorkommen. In geringen Konzentrationen sind sie in praktisch jedem Wassersystem präsent – von Industrieanlagen bis zum Trinkwasser.2 Gesundheitlich relevant werden sie tatsächlich erst, wenn sie sich unter günstigen Bedingungen stark vermehren und über fein zerstäubte Wassertröpfchen eingeatmet werden.3

Warum sind Klimaanlagen ein Risiko?

Wasserführende Komponenten wie Kühlregister, Tropfwannen oder Luftbefeuchter bieten Legionellen mit lauwarmen Temperaturen, stagnierendem Wasser und Biofilmen ideale Wachstumsbedingungen. Zwischen etwa 25 und 45 Grad Celsius vermehren sich die Bakterien besonders stark. Die Aerosole, die das Gerät anschließend in den Raum abgibt, können diese Keime mittragen und so zu einer Infektionsquelle werden.4

Welche Erkrankungen können entstehen?

Legionellen können zwei unterschiedliche Krankheitsbilder auslösen: die schwere Legionärskrankheit, eine Lungenentzündung mit Fieber, Husten, Atemnot und teils ernstem Verlauf, sowie das mildere Pontiac-Fieber, das sich wie ein grippaler Infekt äußert und meist ohne Behandlung wieder abklingt. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Rauchende sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen.3

Wie lässt sich das Risiko erkennen und einschätzen?

Ob eine Klimaanlage tatsächlich mit Legionellen belastet ist, lässt sich nicht mit bloßem Auge erkennen. Hinweise können muffiger Geruch, sichtbare Verschmutzungen in Tropfwannen oder Filtern sowie schlecht ablaufendes Kondenswasser sein – Sicherheit bringt jedoch nur eine mikrobiologische Wasseranalyse durch ein akkreditiertes Labor.4

Was empfehlen Fachleute?

Weil Legionellen in der Wasserphase generell vorkommen, gilt eine vollständige Elimination für Expert:innen als unrealistisch. Vielmehr sei das Ziel eine Kontrolle auf ein ungefährliches Niveau. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat dazu eine Hygienerichtlinie für Verdunstungskühlanlagen herausgegeben, die den gesamten Lebenszyklus einer Anlage abdeckt – von der Planung und Installation bis zu Betrieb und Instandhaltung. Empfohlen werden unter anderem regelmäßige Wartungsintervalle sowie Wasseruntersuchungen alle drei Monate. Bei erhöhten Keimzahlen ist eine gründliche Desinfektion der Anlage vorgeschrieben.2

Vorbeugung und Sanierung

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind jedenfalls eine regelmäßige Reinigung aller wasserführenden Bauteile, eine konsequente Beseitigung von Biofilmen und die Vermeidung von Wasserstagnation.4 Liegt bereits ein positiver Befund vor, sollten Sanierungsmaßnahmen wie eine mechanische Reinigung, gezielte Desinfektion und gegebenenfalls der Austausch betroffener Bauteile ausschließlich durch spezialisierte Fachbetriebe erfolgen.4