Hypnose gegen Rauchen
21.06.2022

Mit dem Rauchen aufzuhören ist für die meisten Menschen sehr schwierig.  Es gibt viele Angebote zur Raucherentwöhnung und verschiedenste Methoden. Eine davon ist Hypnose. Bisherige Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich der Wirksamkeit – tendenziell ist jedoch eher selten mit Erfolg zu rechnen. 

Hypnose ist ein veränderter Bewusstseinszustand, bei dem die Aufmerksamkeit eingeengt und der Realitätsbezug gemindert ist. Die hypnotisierte Person ist leichter empfänglich für Suggestionen (manipulative Beeinflussung). Hypnotherapie ist die therapeutische Anwendung der Hypnose. Dabei wird die vertiefte Entspannung genutzt, um gezielt auf bestimmte Symptome einzuwirken.1 Mit Hypnose wird versucht, das Bewusstsein eines Menschen so zu beeinflussen, dass er Teile seiner Wirklichkeit, zum Beispiel Schmerzen oder Abhängigkeiten, nicht mehr wahrnimmt. Unter Hypnose ist die Aufmerksamkeit eingeschränkt, man reagiert nur auf bestimmte Signale der Therapeutin oder des Therapeuten.2 

Nicht für jeden geeignet 

Biologische Erklärungsversuche gehen davon aus, dass der erzeugte Spannungszustand das parasympathische Nervensystem aktiviert, instinktiv Körperwahrnehmungen abgespalten werden, mentale und körperliche Ereignisse miteinander verknüpft werden oder eine subliminale Wahrnehmung erzeugt wird. Theorien, die das Sozialverhalten als Erklärungsmodell nutzen, beschreiben Hypnose als Erfüllung einer Rollenerwartung, als Übernahme einer bestimmten Rolle oder Reaktivierung kindlicher Erlebnis- und Verhaltensweisen. Etwa fünfzehn Prozent der Menschen seien sehr empfänglich für Hypnose, wobei Kinder in der Regel aufnahmefähiger sind, sagen verschiedene Quellen. Etwa zehn Prozent der Erwachsenen gelten als schwierig oder unmöglich zu hypnotisieren.3 

Bei einer Rauchentwöhnung soll das Verhalten geändert werden, sodass Raucher:innen zu Nichtraucher:innen werden. Je nach Nikotinabhängigkeit und Stärke der Motivation für das Aufhören fällt der Rauchstopp schwer bis sehr schwer. Verschiedene Methoden stehen dafür zur Verfügung. Neben medikamentösen und Nikotinersatztherapien, Verhaltenstherapie oder der „Schlusspunkt-Methode“ sprechen manche Patient:innen auch gut auf Hypnotherapie an.4 Ziel ist es dabei, Vorschläge und Bilder einzuspeisen, die den Patient:innen ermöglichen, ihr Verhalten grundlegend zu ändern. Da Quellen der Ablenkung ausgeblendet werden, können sich Personen unter Hypnose intensiv mit einem bestimmten Gedanken oder einer Erinnerung auseinandersetzen. Eine Studie zur Untersuchung der Erfolgsquote von Hypnose als Methode zur Rauchentwöhnung wies eine 20- bis 30-prozentige Erfolgsquote nach.3 Wesentlich mehr Studien konnten jedoch keinen Erfolg belegen. 

Bei der Hypnose-Therapie gibt es eine Reihe verschiedener Verfahren. Sie wird in Einzel- oder Gruppensitzungen abgehalten. Eine systematische Übersichtsarbeit hat sich intensiv mit 14 Studien zu dem Thema beschäftigt. Die Studien untersuchten den Erfolg der Therapie für mindestens sechs Monate bei aufhörwilligen Raucher:innen. Die Studienergebnisse widersprechen sich zum Teil stark. Zudem weisen die aktuell verfügbaren Studien häufig methodische Mängel auf und die Anzahl von Proband:innen ist meist sehr klein. Ein positiver Effekt von Hypnose gegenüber anderen Therapieformen ist derzeit nicht nachgewiesen. Es ist auch unsicher, ob die Hypnose besser wirkt als gar keine Therapie. Es sind folglich noch gut gemachte Studien nötig, um eine Wirksamkeit zu belegen.5 

Wenig Risiko 

Eine Hypnose, die von einer ausgebildeten Therapeutin, einem ausgebildeten Therapeuten oder einer Ärztin bzw. einem Arzt durchgeführt wird, ist als sichere, komplementäre und alternative medizinische Behandlung einzustufen. Dennoch empfiehlt sich die sorgfältige Auswahl einer geeigneten Therapeutin oder eines geeigneten Therapeuten. Ein Erstgespräch sollte ein Vertrauensverhältnis schaffen, den Prozess der Hypnose erläutern und über mögliche Risiken aufklären. Unerwünschte Reaktionen auf eine Hypnose sind selten, können aber Angstzustände, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit oder Schwindel hinterlassen. Während eine Amnesie in sehr seltenen Fällen auftreten kann, erinnern sich behandelte Patient:innen im Allgemeinen an alle Vorgänge unter Hypnose. Diese kann jedoch eine signifikante Wirkung auf das Gedächtnis haben, sodass bestimmte Dinge, die vor oder während der Hypnose aufgetreten sind, vorübergehend vergessen werden. Es ist nicht möglich, gegen den eigenen Willen hypnotisiert zu werden, da Hypnose eine freiwillige Beteiligung seitens der Patientin oder des Patienten erfordert.3 

Wie haben Sie es geschafft mit dem Rauchen aufzuhören?

Mit Willenskraft und ohne fremde Hilfe
63% (98 Stimmen)
Mit Hilfe eines Nikotinpflasters
5% (8 Stimmen)
Miit einem Nikotinkaugummi
3% (4 Stimmen)
Mit Hilfe von Hypnose
1% (2 Stimmen)
Mit Hilfe einer Verhaltenstherapie
0% (0 Stimmen)
Durch Umstieg auf E-Zigaretten/Heets
10% (15 Stimmen)
Es war ein langer Prozess, schlussendlich habe ich es geschafft
12% (18 Stimmen)
Ich habe es leider nicht geschafft
5% (7 Stimmen)
Ich will gar nicht aufhören
2% (3 Stimmen)
Anzahl aller Stimmen: 155