CF und Schwimmbad­keime
14.06.2022

Pseudomonas aeruginosa lauert in Gewässern und schränkt das Leben von CF-Patient:innen gerade im Sommer gehörig ein. Dabei gibt es keinen Anlass panisch zu werden. 

Für Patient:innen mit Cystischer Fibrose (CF, Mukoviszidose) stellt Hygiene im Alltag einen entscheidenden Faktor dar. Bakterien, Viren und Pilzsporen begegnen uns überall und lassen sich nie ganz auslöschen. Bei Menschen mit CF kann eine Übertragung unter anderem auch im engen Kontakt zu anderen Patienten mit CF vorkommen, deren Atemwege mit Pseudomonas aeruginosa oder anderen übertragbaren Erregern besiedelt sind. Das menschliche Immunsystem hat gegen Krankheitserreger eine sehr ausgefeilte und wirksame Abwehr entwickelt, Menschen mit chronischer Lungenerkrankung können sich darauf jedoch nicht in gleichem Maße wie ansonsten Gesunde verlassen.1 

Die meisten krankmachenden Keime werden durch direkten Kontakt und/oder Tröpfcheninfektion übertragen. Sie können überall vorkommen, wo Menschen sind, daher sind die nun dank Corona allseits bekannten Maßnahmen wie  social distancing und sorgfältige Handhygiene beinahe zur Selbstverständlichkeit geworden. Bakterien vermehren sich in feucht-warmem Milieu am besten, daher stellen Schwimmbäder einen besonderen Risikofaktor dar.1 Doch gerade im Sommer gibt es nichts Schöneres als ein erfrischendes Bad. 

Pseudomonas aeruginosa 

Pseudomonas aeruginosa ist unter CF-Patient:innen ein berüchtigtes Bakterium, das sich durch Biofilme und Schleimschichten gut schützt. Es handelt sich dabei um einen Feuchtkeim, der sich vor allem im Wasser findet. Warmwasserbecken sind die ideale Brutstätte für Bakterien, doch im Normalfall gilt das nicht für Schwimmbäder. Durch die Aufbereitung und die Desinfektion des Wassers wird im Wesentlichen garantiert, dass die Keimzahl bestimmte Grenzwerte nicht überschreitet.1 

Für den Besuch des Schwimmbades gelten dennoch wichtige Regeln:1,3 

  • Handtücher und Liegetücher, wenn möglich, mit 60 Grad Celsius waschen und häufig wechseln 

  • Warmwasserbecken und Whirlpools meiden 

  • Normale Schwimmbadtemperaturen und kühleres Wasser bevorzugen, je kälter das Wasser, desto geringer die Keimbesiedelung 

  • Aufbereitetes Wasser im Schwimmbad warmen Teichen oder Badeseen (mit nicht aufbereitetem Wasser) vorziehen 

  • Fließendes Wasser ist besser als stehendes, Meerwasser besser als Seewasser 

  • Vorsicht bei Sanitäranlagen in Bädern 

Auch in der Nähe von Whirlpools, in Dampfbädern oder bepflanzten Badelandschaften entstehen bakterienhaltige Aerosole, die von CF-Patient:innen gemieden werden sollten. Das Baden in gechlorten oder meerwasserhaltigen Schwimmbädern, im Freibad, in offenen – auch stehenden – Gewässern oder am Meer gilt hingegen als unbedenklich. Fließendes Wasser ist stehendem jedoch immer vorzuziehen. Aus gesundheitlichen Gründen wird Schwimmen sogar befürwortet. Sehr warme Gewässer mit nicht aufbereitetem Wasser sollten jedoch tabu bleiben.2,3 

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