5. Mai ist Welt-Asthma-Tag 2021: Experten geben Antworten
04.05.2021

Ist Asthma ansteckend? Dürfen Asthmapatient:innen Sport betreiben? Diese und viele andere Fragen führen oft dazu, dass viele Mythen im Zusammenhang mit der Erkrankung kursieren. Daher steht der 5. Mai, der Welt-Asthma-Tag, heuer ganz im Zeichen der Aufdeckung von Asthma-Missverständnissen.

Hier gehts zu den Videos: https://www.mehr-luft.at/weltasthmatag

Tatsache ist, dass Asthma keine ansteckende Krankheit und Sport für Asthmapatient:innen gut durchführbar ist. Vor allem moderate Ausdauersportarten wie Schwimmen und Wandern werden empfohlen und steigern die Lungenkapazität.1 „Ein wichtiger Baustein in der Behandlung ist die Schulung der Patient:innen. Dazu gehört aber unter anderem auch ein einfach anwendbarer Asthmaspray“, erklärt Dr. Marlis Brettlecker, Ärztin für Allgemein- und Ganzheitsmedizin in Neusiedl am See.

Individuelle Therapie

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit mehr als 300 Millionen Menschen an Asthma. 2016 gab es aufgrund von Asthma weltweit eine halbe Million Todesfälle. Asthma kann in jedem Alter auftreten, bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.(2) „Asthma darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen, weder aus der Sicht der Gesundheitspolitik noch aus jener der Patient:innen und deren Angehörigen. Ärzt:innen sind um eine individuelle Asthmatherapie bemüht, nicht nur in COVID-19-Zeiten“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pohl. Er ist Vorstand der Abteilung für Atmungs- und Lungenkrankheiten an der Wiener Klinik Hietzing und Leiter des Instituts für klinische und experimentelle Pneumologie der Karl Landsteiner Gesellschaft.

Ziel: Beschwerdefreiheit

Gut kontrolliertes Asthma strebt den Zustand der weitgehenden Beschwerdefreiheit an. Dazu wird die Therapie individuell angepasst. Sie erfolgt über das GINA Stufenmodell, das auf den Asthmasymptomen aufbaut. Vorrangiges Ziel ist es, mit der geringstmöglichen Dosis an Medikamenten die Symptome gut kontrollieren zu können.1 „Bestimmte Auslöser können Beschwerden oder Asthma-Anfälle auslösen. Dazu gehören zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben, Kaltluft oder auch Stress“, erklärt Brettlecker. „Viele Behandlungsmaßnahmen können Asthmatiker:innen selbstständig zu Hause durchführen. Mithilfe einer regelmäßigen und professionellen Asthma-Schulung können Patient:innen selbst zu Expert:innen ihrer Erkrankung werden“, ergänzt die Wiener Fachärztin für Lungenkrankheiten, Dr. Michaela Popp.

 

Expert:innen-Tipps für das persönliche Asthmamanagement

  • Schon Kinder gehören geschult.
  • Auch die Angehörigen sind mit einzubeziehen.
  • Lungenfunktion mit dem Peak-Flow-Meter messen und Daten dokumentieren
  • Selbstständige Einschätzung der Beschwerden-Überprüfung der täglichen Anforderungen
  • Therapietreue bedeutet selbstständige Handhabung der Medikamente
  • Ein guter und sicherer Umgang mit dem Inhalator
  • Vermeiden von Asthma-auslösenden Faktoren und Situationen
  • Individueller Behandlungsplan – auch für Notfälle
  • Ausreichend Bewegung und Sport, abgestimmt auf die persönliche Kondition

Quellen

1 GINA 2021 Global Initiative for Asthma

2 WHO, Asthma Facts: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/asthma