Wie gehe ich mit Atemnot bei Belastung um?

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Wie gehe ich mit Atemnot bei Belastung um?

Lungenkranke vermeiden Sport und Belastungen meist, weil sie dabei unter Atemnot leiden. Dabei wäre Bewegung grundsätzlich förderlich, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Ein Wanderurlaub mit der Familie, Stiegen steigen, weil der Lift kaputt ist, den Bus noch erwischen, der gerade abfahren will – immer wieder stellen Aktivitäten, die für gesunde Menschen ganz selbstverständlich sind, COPD- und andere Lungenpatienten vor Herausforderungen. Atemnot bei Belastung gehört zum täglichen Leben und reicht von Kurzatmigkeit, wenn während des Gehens gesprochen wird, bis zur Unfähigkeit, sich ohne Hilfe selbst anzuziehen. Die Folge sind Co-Erkrankungen, die die Lebensqualität erst recht einschränken: Osteoporose, Diabetes oder Gefäßerkrankungen.1 40 bis 70 % der Betroffenen leiden unter Angst und Depressionen. Mitunter kommt es auch zu Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems.2

Es dauert ein Weilchen, bis die Atemnot nach einer Belastung wieder abklingt. Der Zustand ist belastend, macht Angst, ist manchmal auch unangenehm in Gegenwart anderer. In der Folge meiden viele Betroffene körperliche Anstrengung – und ein Teufelskreis beginnt. Einige Tricks helfen dabei, mit Atemnot besser umgehen zu können:3,5

Aktivitäten portionieren: Planen Sie bereits vorab Pausen und Etappenziele. Legen Sie die Pausen nicht erst dann ein, wenn sie bereits unter großer Atemnot leiden, sondern davor. Gehen Sie nicht an Ihre Grenzen.

PEP-Atmung: Nutzen Sie die Vorteile der PEP-Atmung mit dosierter Lippenbremse oder atmen Sie durch einen Strohhalm aus. PEP-Systeme sind handliche Therapiegeräte – „PEP“ steht für „Positive Expiratory Pressure“ –, mit denen gegen einen Widerstand ausgeatmet wird.

Kein Luftanhalten oder Pressen: Die Luft anzuhalten oder zu pressen verstärkt die Anstrengung und damit die Atemnot.

Atemerleichternde Positionen: So kann etwa das Abstützen auf einem Geländer den Brustkorb entlasten und zu einer schnelleren Beruhigung der Atmung führen. Der sogenannte Kutschersitz – Sitzen mit aufrechtem Oberkörper und auf den Oberschenkeln abgestützten, leicht gebeugten Armen – unterstützt die Muskeln beim Atmen.

Kühle, frische Luft beinhaltet mehr Sauerstoff und kann eine Dyspnoe mildern.

Für sich passende Strategien zu finden, um mit Atemnot umzugehen, ist allemal besser als Anstrengung zu vermeiden, denn das würde die Konstitution verschlechtern und wieder mehr Atemnot verursachen.

Messung der Atemnot4

Borg-Skala: 10 Stufen von 0 = keine bis 10 = maximale Atemnot

ATS-Skala:

0 = keine Atemnot, nur bei deutlicher körperlicher Anstrengung
1 = milde Atemnot beim raschen Gehen in der Ebene oder bei leichtem Anstieg
2 = mäßige Atemnot, langsameres Gehen in der Ebene als Gleichaltrige, Pausen zum Atemholen selbst bei eigenem Tempo
3 = schwere Atemnot mit erforderlichen Pausen nach bereits einigen Minuten oder 100 Metern
4 = sehr schwere Atemnot – zu kurzatmig, um das Haus zu verlassen, Luftnot beim An- und Ausziehen

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