Ungewollter Gewichtsverlust bei Lungenerkrankungen
22.06.2021

Lungenerkrankungen bringen oft einen ungewollten Gewichtsverlust mit sich. Doch gerade für diese Patienten braucht es körperliche Belastbarkeit, um den Alltag besser bewältigen zu können.

Lungenpatienten verbrauchen aufgrund häufiger Atemnot mehr Energie bei der Atemarbeit. Zugleich wirken sich die Atembeschwerden ungünstig auf Appetit und Bewegungslust aus. Der gestiegene Energiebedarf sorgt dann auf lange Sicht für Gewichtsverlust, Muskelschwund und eine geringere körperliche Belastbarkeit.1 Bei fortgeschrittenen Lungenerkrankungen kann es sogar innerhalb weniger Wochen zu mehreren Kilogramm Gewichtsverlust kommen.2 Je später darauf reagiert wird, desto schwieriger wird es, eine Trendumkehr herbeizuführen. Es ist also wichtig, möglichst rasch gegenzusteuern.

Vorbeugen durch mehr Energiezufuhr

Aufgrund der chronischen Atemwegsverengung benötigen zum Beispiel COPD-Patienten zum Atmen etwa zehnmal mehr Kalorien als gesunde Patienten.2Dem steigenden Energieverbrauch kann mittels erhöhter Energiezufuhr entgegengewirkt werden. Dafür braucht es eine eiweiß- und kalorienreiche Ernährung mit Milchprodukten, Geflügel und Fisch. Besteht bereits Untergewicht, kann auch eine Anreicherung mit Eiweißpulver helfen. Gesunden, ungesättigten Fettsäuren in Form von beispielsweise Nüssen, Raps- und Olivenöl sollte gegenüber tierischen Fetten der Vorzug gegeben werden. Wem normale Mahlzeiten aufgrund der Atembeschwerden schwerfallen, kann mit mehreren kleineren Mahlzeiten zum Ziel kommen.1

Neben dem Kaloriengehalt sollten die Patienten allerdings auch auf eine grundsätzlich gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen achten, um ihre körperlichen Funktionen und insbesondere das Immunsystem zu stärken. Ein Gewichtsverlust schwächt nämlich nicht nur den Körper insgesamt und erschwert das Atmen, sondern er strapaziert auch das Immunsystem.2 Schlechte oder einseitige Ernährung geht nicht nur mit einer reduzierten Abwehrkraft, sondern auch einem erhöhten Risiko für Infektionen der Atemwege oder allergische Reaktionen einher, was die Erkrankung weiter verkomplizieren kann.3

Auch das Trinkverhalten stellt einen wesentlichen Faktor für Lungenpatienten dar. Um die Produktion von dünnflüssigem Schleim anzuregen, ist es für Menschen mit Atemwegserkrankungen wichtig genug zu trinken. Eine Austrocknung des Körpers kann außerdem Asthmaanfälle nach sich ziehen. Ein Zuviel an Flüssigkeit kann jedoch auch die Lunge belasten, da sich der Druck in den Blutgefäßen erhöht. Am besten orientieren sich Patienten an der allgemeinen Empfehlung, rund 1,5 bis 2 Liter Wasser, Tee oder verdünnte Fruchtsäfte zu sich zu nehmen.3

Bewegung gehört dazu

Die erhöhte Eiweißzufuhr bringt dann besonders viel, wenn Bewegung und körperliches Training zum Alltag gehören, denn nur so ist Muskelaufbau möglich. Für Lungenpatienten eignen sich insbesondere Sportarten, die eine geringe, aber konstante Belastung mit sich bringen: Wandern, Walken, leichtes Joggen, Radfahren, Tanzen, Schwimmen oder Gymnastik. In Kombination mit leichtem, aber regelmäßigem Krafttraining steht dem Erhalt der Muskeln und der Stärkung der Atemmuskulatur nichts mehr im Wege. Spezieller Lungensport ist für Patienten mit fortgeschrittenen Lungenerkrankungen ratsam.1