Bei vielen Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen sind die Atemwege bereits entzündet, weshalb die Winterluft eine verstärkte Reaktion der Lunge auslösen kann.1 Sie enthält nämlich deutlich weniger Feuchtigkeit als warme Luft, was die Atemwege austrocknet und sie anfälliger für Infekte macht. Beim intensiven Sport wird zudem vermehrt Luft durch den Mund geatmet, wodurch die kalte, trockene Luft direkt in die unteren Atemwege gelangen, und diese reizen und austrocknen kann.2
Einer Studie zufolge sind Menschen mit schlecht kontrolliertem Asthma außerdem besonders anfällig für kältebedingte Atemwegssymptome – und dass bereits eine leichte Verschlechterung der Asthmakontrolle die Häufigkeit solcher Beschwerden erhöhen kann.3 Daher: regelmäßig Kontrolltermine wahrnehmen.
So geht Sporteln im Winter
Um die Atemwege bei kalten Temperaturen also gut zu schützen, empfehlen Expert:innen, wenn möglich durch die Nase zu atmen, damit die Luft erwärmt und befeuchtet wird.1 Eine weitere Studie zeigte hier, dass bei Menschen mit kälteempfindlichem Asthma ein Schal oder Tuch vor dem Gesicht zudem die Lungenfunktion verbessern und Beschwerden reduzieren kann.4
Die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen auf einen Blick:
- Täglich Medikamente wie verschrieben einnehmen und immer einen Notfallinhalator bereithalten.1
- 20 – 30 Minuten vor dem Sport im Freien den Notfallinhalator verwenden.1
- Gewohntes Aktivitätsniveau möglichst beibehalten, aber Auslöser im Blick behalten, Pausen einlegen und alle Vorsichtsmaßnahmen treffen.1
- Besonders auf Kopf und Füße achten und warmhalten.1
- Es lohnt sich meist auch einen Rucksack mit Ersatzkleidung dabeizuhaben, um für alle möglichen (Wetter-)Situation vorbereitet zu sein.2
Zusätzlich gilt:1
- Jemanden über den Trainingsplan und Aufenthaltsort informieren.
- Bei Symptomen sofort pausieren und Notfallmedikation anwenden.
- So gut wie möglich Erkältungen vorbeugen.
Aktiv zu bleiben, tut auf jeden Fall gut: Bewegung regt die Durchblutung an und hält so den Körper warm.5 Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt die Lungengesundheit – am besten gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt ein individuell passendes Maß an Bewegung festlegen.1 So steht der Pistengaudi hoffentlich nichts mehr im Weg!