Selbstheilungskraft aus dem Unbewussten
12.04.2021

Unser Unbewusstes hat eine erstaunlich hohe Selbstheilungskraft, wenn wir es zu nutzen wissen. Wertimagination ist eine Methode, um mithilfe behutsam geführter Wanderungen durch die Welt der inneren Bilder Kräfte zu entfalten, die für viele Lebensbereiche hilfreich sein können.

Der Psychotherapeut und Theologe Dr. Uwe Böschemeyer entwickelte die Wertimagination auf Basis der Logotherapie Viktor E. Frankls.1 Wertimaginationen sind imaginative Reisen ins Innere in Form von begleiteten Meditationen, die die innere Bildwelt zugänglich machen. Die innere Welt des Menschen ist reich an Werten und Wertmöglichkeiten, die sich in Gestalten, Bildern und Symbolen zeigen. Wertimaginationen ermöglichen einen Dialog zwischen dem Unbewussten und Bewussten, begleitet von einer starken lebensbejahenden Gefühlskraft. So kann die innere Weisheit des geistig Unbewussten bewusst erfahren werden und eine intensive emotionale Berührung, die nachhaltig eine positive Veränderung im Menschen hervorruft, geschieht. Wertimaginationen ermöglichen Identitätsfindung, da sie den Wesenskern, die Ursprünglichkeit des Menschen zum Vorschein bringen. Dadurch entsteht Selbstbestimmung, ein wahrhaftiges und kraftvolles Leben. Gleichzeitig wird der Mensch widerstandsfähiger und immer freier von äußeren Umständen. Dies erhöht auch die Lebenszufriedenheit nachhaltig.

Bewusste Wanderungen ins Unbewusste

Wertimaginationen bzw. die geführten Meditationen, die sie ergründen, können helfen, wenn man in einer „Sackgasse“ zu sein scheint, wenn innere Blockaden ein Weiterkommen unmöglich machen, innere Verletzungen passiert sind oder man an Grenzen stößt. Im Extremfall helfen sie auch, wenn kein Sinn mehr im Leben erkannt werden kann. Sie sind bewusste „Wanderungen“ ins Unbewusste.3 Wertimaginationen unterstützen dabei, wieder Zugang zur inneren Stärke zu finden. Persönliche Kräfte werden bei Depressionen, Burnout, Ängsten und anderen Leiden wiederentdeckt. Grundsätzlich stehen verschiedene Formen der Wertimagination zur Verfügung. Die Wertorientierte Persönlichkeitsbildung (WOP) ist eine von Professor Dr. Uwe Böschemeyer entwickelte Methode der Erwachsenenbildung und Prävention, mit der ein Mensch sich selbst und seine zutiefst menschlichen Potenziale besser kennen und nutzen lernen kann. Sie basiert auf der Prämisse Viktor Frankls, dass der Geist die unverletzliche Mitte der menschlichen Seele bildet und wir deshalb alle Ressourcen zur Bewältigung fast aller unserer Probleme in uns tragen. Wir können nicht beeinflussen, was uns geschieht, aber wir sind frei in unserer Entscheidung, wie wir uns dazu verhalten. Es geht unter anderem darum, die spezifisch menschlichen Werte, wie Liebe, Freiheit, Verantwortung, Mut, als Ressourcen für sinnvolles und weitgehend selbstbestimmtes Leben neu zu entdecken. Die Methode bildet einen neuen Zugang zur Lebenshilfe zwischen Seelsorge, Beratung, Psychotherapie, Philosophie und Theologie. Die Wertimaginative Logotherapie (WIM) basiert auf denselben anthropologischen, philosophischen und psychologischen Grundlagen wie die WOP. Charakteristisch für die WIM sind folgende Merkmale: Sie ist eine Form der Psychotherapie. Nicht Pathologie, Störfelder und Defizite stehen im Vordergrund, sondern die Entbindung spezifisch humaner Werte wie Liebe, Freiheit, Mut, Verantwortung und Hoffnung. Zentrales Anliegen ist eine existenzielle Auseinandersetzung mit den vom „unbewussten Geist“ (Frankl) ausgebildeten Bildern und den in ihnen enthaltenen Gefühlskräften, wodurch eine manipulative Veränderung von vorgestellten, d. h. tendenziell bewusstseinsnahen Bildern vermieden wird.