Wie gut unterstützt Sie Ihr Notfallspray dabei, während der Pollenzeit mit Ihrem Asthma zurechtzukommen?

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Kalter Luft gestärkt begegnen

27.10.2026

Ein Schritt vor die Tür, dann kommt der erste Atemzug und die alles entscheidende Frage: Wie fühlt sich die Luft an, stechend kalt? Dann ist genau jetzt die richtige Zeit – vor allem für jene, die mit einer Lungenerkrankung leben – damit richtig umzugehen. Eine Befragung von Asthma + Lung UK zeigte, dass kalte Luft bei 7 von 10 Betroffenen die Symptome verschlimmerte.1 Wir haben uns angesehen, warum das so ist und wie man sich am besten schützen kann.

Kalte Luft in den Atemwegen

Kalte, trockene Luft kann die Atemwege verengen, dadurch die Schleimproduktion erhöhen, die Bronchien reizen, Beschwerden wie Pfeifatmung, Husten oder Atemnot verstärken und die Anfälligkeit von Atemwegsinfektionen erhöhen. Gleichzeitig verbringen wir mehr Zeit in Innenräumen, wodurch sich Erkältungs- und Grippeviren leichter verbreiten können.1

Generell gilt: Es gibt keinen allgemeingültigen Temperaturwert, ab dem Luft als "kalt" gilt. Entscheidend ist vielmehr, wie stark die Temperatur im Vergleich zum saisonüblichen Mittel abfällt und wie gut sich der Körper anpassen kann. Ältere Menschen reagieren auf Kälte besonders empfindlich: Bei Menschen über 75 Jahren wurden pro Grad Celsius, um den die Minimaltemperatur sinkt, etwa 3–4 % mehr Todesfälle und Krankenhauseinweisungen aufgrund von Atemwegserkrankungen beobachtet. In einer schwedischen Befragung von Asthmapatient:innen bestätigte sich auch, dass feucht-kalte Luft vielen zu schaffen macht: Etwa zwei Drittel von ihnen gaben an, dass Kälte ihre Atembeschwerden auslöst und mehr als ein Drittel versuchte deshalb sogar im Winter, das Verlassen der eigenen vier Wände zu vermeiden.2

Schlechtes Wetter und Lungenentzündungen

Dass im Winter Lungenentzündungen häufiger auftreten als bei milderen Temperaturen liegt tatsächlich nicht nur am saisonalen Infektionsgeschehen. Auch die Witterung selbst spielt eine Rolle, wie eine Studie der Philipps-Universität Marburg zeigt: Die Forschenden werteten dafür die Daten von über 10.000 Personen mit Lungenentzündung sowie die Wetter- und Luftverhältnisse in ihren jeweiligen Regionen aus.3 Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ungünstige Wetterbedingungen und eine schlechte Luftqualität das Risiko für eine Lungenentzündung zusätzlich beeinflussen können. Bei Männern, älteren Menschen und Personen mit hohem Body-Mass-Index zeigte sich der Zusammenhang besonders deutlich. Bei Frauen war dagegen vor allem eine erhöhte Luftfeuchtigkeit in Kombination mit Staubaerosolen ein relevanter Risikofaktor.3

Menschen mit COPD haben generell ein erhöhtes Grundrisiko für eine Lungenentzündung – laut der Studie verstärkt sich dieses aber je nach Wetterlage und Luftqualität. Besonders eine hohe Kohlenstoffmonoxid- und Feinstaubbelastung ging bei COPD-Betroffenen mit einem höheren Risiko für einen Krankenhausaufenthalt einher.3

So schützen wir uns

  • Kälte möglichst wenig an die Atemwege lassen: Durch die Nase atmen und Mund und Nase bei Bedarf locker mit einem Schal bedecken. So wird die eingeatmete Luft bereits auf dem Weg in die Lunge erwärmt und befeuchtet.1
  • Gut vorbereitet nach draußen: Wettervorhersage beachten, ausreichend warm anziehen und bei sehr kaltem oder windigem Wetter den Aufenthalt im Freien gegebenenfalls verkürzen.1,4
  • Medikamente dabeihaben: Wer einen Bedarfs-Inhalator oder andere Medikamente benötigt, sollte diese entsprechend der ärztlichen Empfehlung griffbereit haben.4,5
  • Wer Bronchodilatatoren, also Medikamente, die die Muskeln um die Atemwege entspannen und so die Bronchien erweitern, verschrieben bekommen hat, sollte diese entsprechend der ärztlichen Anweisungen anwenden. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, sie bereits vor dem Aufenthalt im Freien einzusetzen.4
  • In Bewegung bleiben. Aktivität hält den Kreislauf in Schwung und den Körper warm – welches Maß an Bewegung individuell passt, lässt sich am besten ärztlich abklären.4
  • Die Atemwege feucht halten und damit das Atmen zu erleichtern. Dazu gehört an erster Stelle, ausreichend zu trinken. Auch eine Inhalation mit Kochsalzlösung kann bei gereizten Schleimhäuten unterstützen.5,6
  • Draußen ist außerdem Vorsicht bei Luftschadstoffen geboten, denn selbst in den kälteren Monaten können Feinstaub oder andere Belastungen in städtischen Gebieten Atembeschwerden auslösen. Luftqualitäts-Apps können hier helfen, die Lage vor dem Rausgehen richtig einzuschätzen.6