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Duftstoffe: Da liegt etwas in der Luft

25.08.2026

Der entspannende Geruch von Lavendel oder Zitrusnoten, die wach machen: Düfte sind in unserem Alltag allgegenwärtig – in Geschäften, Büros, Pflegeprodukten und Reinigungsmitteln. Was angenehm riecht, ist jedoch nicht immer harmlos. Besonders für Menschen mit Atemwegserkrankungen können Duftstoffe Beschwerden auslösen oder verschlimmern.

Wie Duftstoffe im Körper wirken

Duftstoffe sind leichtflüchtige Substanzen, die über die Riechschleimhaut aufgenommen werden und im Gehirn emotionale Reaktionen, Stimmungen oder Erinnerungen auslösen. Dabei wirken sie bereits in sehr geringen Konzentrationen – sogar unterhalb der bewussten Wahrnehmungsgrenze. Bei empfindlichen Personen können Duftstoffe Beschwerden auslösen, obwohl der auslösende Geruch nicht immer bewusst wahrgenommen wird.1

Forschende der Universität Bochum konnten nachweisen, dass auch in den Bronchien spezielle Duftstoffrezeptoren vorkommen. Je nach Duft können sie ein Zusammenziehen oder Erweitern der Bronchialmuskulatur bewirken. Dieser Mechanismus erklärt möglicherweise, warum manche Parfüms Asthmaanfälle auslösen oder verschlimmern.1

Das unterschätzte Risiko der Raumbeduftung

Während Duftkerzen, Raumsprays und ätherische Öle unangenehme Gerüche überlagern, belasten sie die Raumluft mit flüchtigen Chemikalien. Weder natürliche noch synthetische Duftstoffe gelten grundsätzlich als unbedenklich. Entscheidend sind vielmehr die enthaltenen Stoffe und die individuelle Empfindlichkeit.2

Duftstoffe sind nach Nickel der zweithäufigste Auslöser von Kontaktallergien. Mindestens zwei Prozent der Österreicher:innen reagieren darauf mit Juckreiz, Hautausschlägen oder heuschnupfenähnlichen Symptomen. Außerdem können Beschwerden wie Herzrasen, Hustenreiz, Asthmaanfälle und Kopfschmerzen auch nach dem Verlassen der bedufteten Umgebung unter Umständen noch Stunden oder Tage anhalten. Anhaltende Duftbelastung kann außerdem körperliche Stressreaktionen auslösen. Einige Duftstoffe gelten zudem als schwer abbaubar und können sich in der Umwelt sowie teilweise auch im Körper anreichern.1,2

Besondere Gefahr für COPD-Betroffene

Wer bereits an Allergien, Asthma oder COPD leidet, reagiert häufig empfindlicher auf Duftstoffe. Bei einer Studie gaben 62 % der untersuchten COPD-Patient:innen an, auf Chemikalien und Duftstoffe empfindlich zu reagieren – mit Auswirkungen auf Atemwege und Lebensqualität. Besonders betroffen waren Patient:innen mit sehr schwerer COPD sowie jene, die regelmäßig Beta-2-Stimulanzien verwendeten.2,3

Luftreiniger als Raumluft-Helfer

Eine sechsmonatige Studie der Johns Hopkins Medicine zeigte, dass tragbare Luftreiniger bei COPD-Betroffenen zu einer signifikanten Verbesserung von Atemwegssymptomen und kardiovaskulären Gesundheitsmarkern führten. Je mehr Zeit die Teilnehmer:innen in Innenräumen verbrachten, desto größer war der Nutzen. In der Studie wurden die Geräte möglichst im Dauerbetrieb bei geschlossenen Fenstern verwendet. Ausdrücklich abgeraten wird Menschen mit Atemwegserkrankungen von Ozon-Generatoren: Sie reizen die Lungen, verschlimmern Husten und Atemnot und erhöhen das Infektionsrisiko.4,5

Tipps für den Alltag

Generell ist es schwierig, Duftstoffen komplett aus dem Weg zu gehen. In stark bedufteten Umgebungen kann das Tragen einer Maske helfen. Aufenthaltszeiten sollten so kurz wie möglich gehalten werden. Wo möglich, stets Frischluftzufuhr und Belüftung nutzen. Duftstofffreie Produkte bevorzugen – wobei Labels wie „natürlich" oder „biologisch" keine Garantie für Duftstofffreiheit sind. Wer empfindlich reagiert, sollte Aerosolsprays meiden und möglichst ganz auf zusätzliche Raumbeduftung verzichten.5