Asthma-Stufentherapie: Was kann sie?
27.06.2022

Die Asthma-Stufentherapie wurde entwickelt, um kindliche und jugendliche Asthmatiker:innen in sechs und erwachsene in fünf Stufen medikamentös zu behandeln. Dabei wird die Behandlung von Stufe zu Stufe intensiviert. 

Fachärzt:innen passen jeweils regelmäßig an, welche Therapiestufe gerade benötigt wird. Wenn möglich, wird die Medikamentierung reduziert, wenn nötig, erhöht. Dies erfordert einerseits regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin, andererseits aber auch, dass Menschen mit Asthma ihren Gesundheitszustand selbst beobachten und auftretende Beschwerden protokollieren. Hierbei leistet ein Asthma-Tagebuch wertvolle Dienste. 

Asthma- und Symptomkontrolle 

Die Asthma- und Symptomkontrolle bildet die Basis für die Einschätzung und Anpassung der Therapiestufen. Das Asthma-Tagebuch und regelmäßige Untersuchung unterstützen die Ärztin bzw. den Arzt bei der Festlegung der Stufe. 

Drei Grade werden unterschieden: 

  • Kontrolliertes Asthma 
  • Teilweise kontrolliertes Asthma 
  • Unkontrolliertes Asthma 

Die Ärztin oder der Arzt stellt der Patientin oder dem Patienten vier Fragen, anhand derer sie/er den Grad der Erkrankung feststellen kann: 

  • Traten öfter als zweimal pro Woche tagsüber Symptome auf?  
  • Mussten häufiger als zweimal pro Woche Bedarfsmedikamente eingenommen werden (Ausnahme: vor sportlicher Aktivität)? 
  • Gab es Nächte, in denen die Patient:innen einmal oder mehrmals wegen des Asthmas aufgewacht sind? 
  • War man wegen des Asthmas in seiner Aktivität eingeschränkt? 

Kinder und Jugendliche werden auf sehr ähnliche Weise befragt. Wird keine der Fragen mit ja beantwortet, gilt das Asthma als gut kontrolliert, bei einem oder zwei erfüllten Kriterien als teilweise kontrolliert, bei drei und vier erfüllten Kriterien als unkontrolliert. Ziel ist es, mit einer möglichst geringen Medikamentengabe das Behandlungsziel zu erreichen. Dazu dient das fünf- bzw. sechsteilige Stufenschema für Erwachsene bzw. Kinder und Jugendliche. 

Empfehlungen für jede Stufe 

In allen Behandlungsstufen wird eine Hyposensibilisierung empfohlen – vorausgesetzt, die Asthmaerkrankung beruht auf einem bekannten Allergen, die Lungenfunktion ist gut und es existiert ein wirksames Präparat. Bei Erwachsenen basiert das Stufenschema auf den Asthma-Medikamenten Controller und Reliever, ab Stufe fünf die neu entwickelten Asthma-Antikörper. Bei Kindern ist das Stufenschema vor allem darauf ausgerichtet, mögliche Folgewirkungen der inhalativen Einnahme von Cortison zu verhindern. 

Laut Studienergebnissen kann eine Hyposensibilisierung bei allergischem Asthma die Zahl der Exazerbationen verringern und die Kontrolle der Symptome verbessern. Speziell bei Kindern und Jugendlichen lässt sich dadurch die Dosis an inhalativem Cortison verringern. Zudem wird ausdrücklich empfohlen, dass Menschen mit Asthma, die eine Langzeittherapie erhalten, eine Asthma-Schulung empfohlen und ermöglicht werden soll. Denn Schulungen unterstützen das Selbstmanagement und helfen, mit der chronischen Erkrankung umzugehen.