Rund 40 Apotheken bieten „Sauerstofftankstellen“ für Sauerstoffpatienten

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Rund 40 Apotheken bieten „Sauerstofftankstellen“ für Sauerstoffpatienten

Sauerstoffpatienten werden unterwegs oft von Stress begleitet, Sauerstoff für den Ernstfall zur Verfügung zu haben. Sauerstofftankstellen helfen dabei, sich sicherer zu fühlen.

Die meisten Patienten empfinden es als ständigen Druck, auf Sauerstoff als Medikament angewiesen zu sein. An COPD Erkrankte benötigen in einem fortgeschrittenen Stadium medizinischen Sauerstoff zum Atmen, der aus mobilen Tanks über die Nase verabreicht wird.1 Zu Hause verfügen viele COPD-Patienten über einen großen Sauerstofftank, doch auch wenn sie unterwegs sind, sind sie auf reinen Sauerstoff als Medikament angewiesen. Mithilfe eines mobilen Behälters, dessen Kapazität meist auf etwa fünf Stunden begrenzt ist, haben sie das lebensrettende Medikament immer bei sich. Die zeitliche Begrenzung ist aber genau jener Faktor, der Stress bereiten kann, denn sie bedingt, dass Zeitlimits nicht überschritten werden dürfen.

Erfolgsprojekt Sauerstofftankstellen

Um ihre Mobilität zu steigern, startete die Österreichische Lungenunion 2009 gemeinsam mit der Apothekerkammer Wien das Pilotprojekt „Sauerstofftankstelle Apotheke“, das sich sehr bewährt hat.2 Österreichweit wurden rund 40 Apotheken mit Liberatoren, das sind Vorratsbehälter für flüssigen Sauerstoff, ausgestattet, damit Patienten dort ihre mobilen Einheiten kostenlos mit Sauerstoff befüllen können.3 Die Österreichische Apothekerkammer stellt online eine Liste der Apotheken, die eine Sauerstofftankstelle eingerichtet haben, zur Verfügung.1 Neben Apotheken stellen auch einige Fachärzte, Rettungsstationen und manche Krankenhäuser Sauerstoff zum Auftanken zur Verfügung.

Ausflüge planen

Unter der dauerhaften Gabe von Sauerstoff kommt es zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit, bisweilen sind sogar fast normale körperliche Betätigungen möglich. Vielleicht noch mehr als bei anderen Arzneimitteln steht beim medizinischen Sauerstoff der Faktor Lebensqualität in ganz engem Zusammenhang mit der therapeutischen Wirkung. Für eine komplette Sauerstofftherapie sollte die Versorgung rund um die Uhr, wenigstens aber für 16 Stunden pro Tag gesichert sein. Daher ist die Fortführung der Sauerstofftherapie auch dann wichtig, wenn die Patienten unterwegs sind, Einkäufe oder Arztbesuche erledigen oder für tägliche Bewegungseinheiten an die frische Luft gehen.4

Das Netz an Sauerstofftankstellen könnte natürlich noch dichter sein – insbesondere abseits der Ballungsräume. Jede Aktivität außerhalb des Zuhauses, wo ein großer Tank das Überleben sichert, will bis ins Detail geplant werden, denn überraschend ohne Sauerstoff dazustehen, kann lebensgefährlich werden.

Sauerstoffbar

Im Gegensatz zu Sauerstofftankstellen in Apotheken, die für Patienten mit lebensbedrohlichen Krankheiten eingerichtet wurden, sind Sauerstoffbars für Gesunde gedacht. In den 1980ern entstand der Trend in Japan und verbreitete sich in den 1990ern in die USA. Über einen Mundaufsatz oder eine Nasenbrille wird 50- bis 99%iger Sauerstoff eingeatmet. Das soll sich auf Gesundheit und Befinden positiv auswirken. Mittlerweile geht die Zahl der Sauerstoffbars wieder zurück, da ihr Nutzen massiv angezweifelt wird.

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