Lungenerkrankungen bei Kindern: der Schulsport

Home / Allgemein / Lungenerkrankungen bei Kindern: der Schulsport

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter: Etwa 5 bis 10 Prozent der Kinder haben Asthma, oft unerkannt. Statistisch gesehen findet sich also in jeder Schulklasse ein lungenkrankes Kind.
Trotzdem wissen nur die wenigsten Lehrer, wie sie bei einem Asthmaanfall reagieren sollen. Besonders relevant wird das beim Schulsport.

Kinder mit Lungenerkrankungen sollen am Schulsport teilnehmen!

Generell gilt: Kinder mit Asthma sollten vom Schulsport nicht ausgeschlossen werden. Zum einen ist es für Asthmapatienten medizinisch wichtig, sich zu bewegen. Sport verbessert die Funktion der Atemorgane, stärkt die Ausdauer, die Belastbarkeit und das Selbstvertrauen und verringert auf Dauer die Gefahr eines Asthmaanfalls. Zum anderen ist der Schulsport aus sozialen Gründen wichtig, um eine Ausgrenzung zu vermeiden. Allerdings muss die Art des Schulsports für das lungenkranke Kind angepasst werden.

So sollte Schulsport für Kinder mit Asthma aussehen:

Häufig beginnt der Schulsport damit, dass die Kinder „zum Aufwärmen“ einige Runden in der Turnhalle laufen. Diese plötzliche starke Belastung kann für Asthmapatienten gefährlich werden und einen Anfall auslösen. Sie sollten zunächst nur kurz laufen und dann zu einer längeren Gehphase wechseln. Vor dem Sportunterricht sollten die Schüler, wenn nötig, ihren Peak-Flow messen und gegebenenfalls Spray inhalieren. Im Verlauf des Schulsports sollten keine Sprints oder Spitzenbelastungen stattfinden. Bei den ersten Anzeichen von Überlastung muss eine Pause ermöglicht werden.

Unter diesen Umständen sollte der Schulsport ausgesetzt werden:

In manchen, besonders starken Fällen kann der Arzt raten, ein Kind vollständig aus dem Schulsport zu nehmen. Das sind aber Ausnahmen. Ansonsten sollte ein Kind nur dann nicht am Schulsport teilnehmen, wenn

  • schon ein Infekt besteht,
  • der Schulsport bei Nebel, Pollenflug oder kalter Luft draußen stattfindet,
  • starker psychischer Stress besteht,
  • sich das Kind nicht gut fühlt.

Übrigens: Ob der Schulsport benotet wird oder nicht, muss im Einzelfall mit dem Arzt abgesprochen werden.

Besonders wichtig: Aufklärung bei Lehrern!

Der Umgang mit Asthmapatienten ist leider nicht Teil der Lehrerausbildung. Die meisten Sportlehrer haben deswegen keine Ahnung, wie sie mit den betroffenen Kindern umgehen oder in einem Notfall reagieren sollen. Hier sind vor allem die Eltern gefragt: Leisten Sie Aufklärung und erklären Sie den Lehrern, wie sie eine zu starke Belastung erkennen und was sie bei einem Asthmaanfall tun sollten. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Ihr Kind so bald wie möglich eine Asthmaschulung besucht. Dann weiß es selbst, wie es reagieren muss, und gerät nicht so schnell in Panik, wenn es doch einmal zu einem Anfall kommt.

Atemnotsanfall in der Schule

–   Beruhigen!

–   Ruhig atmen, Lippenbremse einsetzen!

–   Atemerleichternde Körperstellung einnehmen!

–   Auffordern, das Notfallmedikament zu nehmen!

–   im Bedarfsfall es ihm geben!

–   Schüler nicht alleine lassen!

–   Eltern informieren!

–   ggf. Notarzt / Klinik anrufen!

Verwandte Artikel