Was sind Bronchiektasen?
13.12.2021

Bronchiektasen können angeboren sein, aber auch durch Infektionen oder chronische Lungenkrankheiten wie Mukoviszidose oder COPD entstehen. Die Aussackungen und Erweiterungen der Atemwege äußern sich durch beschwerlichen Husten mit viel Auswurf.

Typisch für Bronchiektasen sind chronischer Husten mit großen Mengen an schleimigem oder eitrigem Auswurf und ein bis zwei Exazerbationen, deutliche Verschlechterungen des Krankheitsbildes, pro Jahr. Mitunter kommt es zu Entzündungen mit Fieber und sich verschlechternden Symptomen bis hin zu gelegentlichem Bluthusten. Dazu kommen möglicherweise Schmerzen im Brustkorb, generelles Unwohlsein und Müdigkeit, verkrampfende Muskeln der Atemwege (Bronchospasmen), Fieber und Luftnot.1,3

Ursachen und Auslöser

Auslöser für Bronchiektasen sind Entzündungen in den Atemwegen, konkret den Bronchien und Bronchiolen. Sie schädigen nach und nach die Wände der Bronchien und das elastische Bindegewebe der Lunge. Die Selbstreinigungsfähigkeit der Lunge lässt dadurch nach und Sekret staut sich in den Aussackungen. Das fördert wiederum weitere Entzündungen, weil hier Keime einen perfekten Nährboden finden. Dadurch entsteht ein Kreislauf aus Entzündungen und Neuinfektionen.1 Bronchiektasen beginnen schleichend und werden im Laufe der Zeit häufiger. Laut US-amerikanischen Studien sind sie im Schnitt nach dem 60. Lebensjahr acht- bis zehnmal häufiger als im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Sie treten häufiger bei Frauen als bei Männern auf.2

Früher waren Infektionskrankheiten der Atemwege häufige Auslöser für Bronchiektasen, etwa Influenza (die „echte“ Grippe), Keuchhusten oder Tuberkulose. Heute kommt dies aufgrund von Schutzimpfungen nur mehr selten vor. In vielen Fällen liegt Bronchiektasen eine Mukoviszidose (zystische Fibrose) zugrunde, doch in 86 Prozent der Fälle sind es andere Ursachen, etwa eine primäre ziliäre Dyskinesie (PCD), rheumatische Erkrankungen, wiederkehrende Infektionen, Asthma oder eine COPD. Auch Immundefekte, Tumorerkrankungen, durch giftige Substanzen wie Tabakrauch geschädigte Atemwege, Allergien, eingeatmete Fremdkörper oder Reflux stellen Risikofaktoren dar.1,2

Diagnose und Therapien

Festgestellt werden Bronchiektasen anhand einer Computertomografie der Lunge, Lungenfunktionsanalyse und -spiegelung, Laboranalyse des Auswurfs, aber auch aufgrund möglicher Exazerbationen, laufender Beschwerden und der Analyse bestimmter Grunderkrankungen. Die Aussackungen lassen sich nicht rückgängig machen, sind also nicht heilbar. Daher werden die Grunderkrankung sowie mögliche Infektionen – etwa mit Antibiotika oder Bronchodilatatoren3 – und Verengungen behandelt, die Selbstreinigung der Lunge wird verbessert und möglichen Verschlechterungen wird vorgebeugt. Inhalationen, Sekretabsaugungen und Atemphysiotherapie helfen zusätzlich bei der Vermeidung und Behandlung von Infektionen. Chirurgische Eingriffe gelten als letzte Wahl, ebenso eine Lungentransplantation.1,3

Für alle Patient*innen, die unter Bronchiektasen leiden, gilt sofortiger Rauchstopp, regelmäßige Schutzimpfungen, Diagnose und Therapie der Grunderkrankung und laufende Vorbeugung und Behandlung der Exazerbationen.3