„Wie sag ich’s meinem Kind?“ – Mit Kindern über COPD sprechen

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„Wie sag ich’s meinem Kind?“ – Mit Kindern über COPD sprechen

Eltern mit einer schweren Krankheit stehen zusätzlich zu den sonstigen Schwierigkeiten vor einem großen Problem: Wann und vor allem wie kann man mit Kindern über die Krankheit sprechen? Wir geben Ihnen Tipps für ein Aufklärungsgespräch.

Die Krankheit verschweigen? Lieber nicht!

Am liebsten möchte man Kinder mit den eigenen Sorgen nicht belasten. Das funktioniert aber nicht immer. Kinder sind sehr feinfühlig und bekommen oft mehr mit, als Eltern denken. Unausgesprochene Probleme sorgen für Ängste und Unsicherheiten. Viele Aspekte einer chronischen Krankheit – zum Beispiel Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, ein erhöhtes Ruhebedürfnis – lassen sich vor Kindern ohnehin nicht gut verheimlichen.

Deshalb ist es empfehlenswert, bald nach einer Diagnose mit den Kindern zu sprechen. Ein offenes, ehrliches Gespräch sorgt für Vertrauen, das Kind merkt: Auch wenn etwas Schlimmes passiert, nehmen meine Eltern mich ernst und sprechen mit mir. Ein guter Zeitpunkt für ein Gespräch ist möglichst bald nach der Diagnose, aber zu einem Zeitpunkt, an dem Sie selbst schon den ersten Schock verdaut haben.

COPD erklären: Tipps für das Gespräch mit Kindern

Mit diesen Tipps gelingt Ihnen das Gespräch mit Ihren Kindern sicher leichter:

  • Ziel des Aufklärungsgesprächs mit Kindern ist, ihnen möglichst viele Ängste in Bezug auf die Krankheit zu nehmen. Wie viele Details sie dafür brauchen ist sehr unterschiedlich und hängt vom Alter und vom Charakter der Kinder ab. Beginnen Sie deshalb mit allgemeinen Aussagen, zum Beispiel: „Ich habe eine Krankheit, bei der ich nicht mehr so gut Luft holen kann.“ Wie weit Sie diese Aussage erklären und vertiefen, machen Sie von den Rückmeldungen und Nachfragen des Kindes abhängig.
  • Gerade wenn Sie selbst emotional aufgewühlt sind, holen Sie sich Unterstützung im Gespräch: Ein Erwachsener, der selbst nicht unmittelbar von der Situation betroffen ist, aber das Kind gut kennt, ist optimal. Wenn sich im Verwandten- oder Freundeskreis niemand Geeigneter findet, können Sie auch ErzieherInnen oder LehrerInnen bitten, Sie zu unterstützen.
  • Nicht alle Informationen müssen in einem einzigen Gespräch verarbeitet werden, Sie werden noch öfter mit Ihren Kindern über COPD sprechen müssen. Achten Sie gut darauf, wann die emotionalen Grenzen Ihres Kindes erreicht sind und bieten Sie dann ein weiteres Gespräch zu einem anderen Zeitpunkt an.
  • Wenn Ihr Kind konkrete Fragen stellt, antworten Sie möglichst ehrlich. Wenn Sie eine Antwort nicht kennen, sagen Sie auch das offen und ehrlich.
  • Rechnen Sie mit unterschiedlichen, eventuell auch heftigen Reaktionen Ihres Kindes: Zorn, Angst, Trauer, Rückzug oder Aggressionen sind möglich. Bringen Sie dafür Verständnis auf.
  • Einige Aussagen sind vor allem für kleine Kinder ganz besonders wichtig: Vermitteln Sie ihnen, wie die Krankheit heißt, um die es geht, dass sie nicht ansteckend ist und dass die Ärzte alles tun, um zu helfen.
  • Versichern Sie Ihrem Kind, dass Sie als Familie zusammenhalten und dass Sie ihm auch weiterhin alle wichtigen Informationen mitteilen werden. Und halten Sie sich daran.
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