Zäher Schleim als Risikofaktor bei Asthma
09.10.2020

Zäher Schleim als Risikofaktor bei Asthma Asthma bronchiale ist eine der weltweit am häufigsten chronischen Krankheiten. Es handelt sich dabei um eine chronische Erkrankung der Atemwege, die auf einer nicht infektiösen, chronischen Entzündung der Bronchien und Bronchiolen basiert.

Typisch für Asthma bronchiale sind die Überempfindlichkeit des Bronchialsystems und die daraus resultierenden immer wieder kehrenden Atemwegsverengungen, die zum Asthmaanfall führen: Die Schleimhäute schwellen an, die Bronchialmuskulatur verkrampft sich und es bildet sich zäher Schleim. Dafür verantwortlich sind bestimmte äußere Reize, die Allergene.

Gefährliche Allergene

Wegen der Überempfindlichkeit der Bronchien genügt oft schon ein kleiner Reiz und die Atemwege reagieren mit einer Verengung. Die auslösenden Reize sind von Patient zu Patient unterschiedlich, aber man kann sagen, dass körperliche Anstrengung, Stress, kalte und trockene Atemluft, Zigarettenrauch, Luftverunreinigungen wie Staub und Abgase, Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen sowie Parfüm zu den häufigsten Allergieauslösern zu zählen sind. Mögliche Auslöser können auch viren- oder bakterienbedingte Atemwegsinfekte oder bestimmte Schmerzmittel sein.

Neue Erkenntnisse aufgrund von Tierversuchen

Forscher haben auf Grund von Tierversuchen entdeckt, dass die allergische Reaktion in den Atemwegen nicht, wie bisher angenommen, von fehlregulierten Immunzellen, sondern vor allem von den Zellen der Atemwegsschleimhaut selbst ausgelöst wird. Werden allergieauslösende Stoffe eingeatmet, kann das vor allem dann zur Entwicklung eines allergischen Asthmas führen, wenn die Selbstreinigungsfunktion der Atemwege durch zu trockenes Sekret beeinträchtigt ist. Versuche mit Mäusen, deren Bronchien aufgrund eines genetischen Defekts mit trockenem Schleim ausgekleidet sind, haben folgendes ergeben: Wenn diese Tiere Allergene einatmen, entwickeln sie eine stärkere Atemwegsentzündung als Mäuse mit befeuchteten Atemwegen. Ist nämlich das Sekret zu zäh, kann es von den Flimmerhärchen mitsamt den Allergenen nicht mehr aus der Lunge transportiert werden. Durch eine Inhalationstherapie mit dem Wirkstoff Amilorid, der für eine bessere Befeuchtung des Lungensekrets sorgt, konnte die allergische Atemwegsentzündung im Tierversuch deutlich reduziert werden. Diese Behandlungsstrategie könnte auch bei Patienten mit allergischem Asthma hilfreich sein.

Erleichterung durch natürliche Methoden

Natürliche Methoden können helfen, den festen Schleim zu lockern, damit dieser leichter abgehustet werden kann. Dazu gehören Sole-Inhalationen, Klimatherapien und die Inhalation ätherischer Öle. Auch gibt es spezielle Atemübungen, welche die Atemmuskulatur und damit das tiefe Ein- und Ausatmen trainieren. Erleichterung verschafft auch die sogenannte Lippenbremse, bei der durch die Nase eingeatmet und die Luft langsam gegen einen lockeren Widerstand der Lippen ausgeatmet wird. Das führt dazu, dass eine Unterstützung des Ausatmens durch den Aufbau eines leichten Drucks in den Atemwegen erreicht wird. Auch Klopf- und Vibrationsmassagen können den festsitzenden Schleim lockern.