Wie genau sind Pollenvorhersagen?

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Wie genau sind Pollenvorhersagen?

Viele Menschen mit Heuschnupfen richten sich bei der Planung von Aktivitäten nach Pollenvorhersagen. Doch wie kommen diese Vorhersagen zustande und was beeinflusst ihre Genauigkeit?

Wie und von wem werden Pollenvorhersagen erstellt?

Hierzulande leidet etwa jeder Siebte an einer Allergie gegen bestimmte Pflanzenpollen. Die Folge sind Niesen, eine laufende Nase, juckende Augen bis hin zu allergischem Asthma. Um Unternehmungen oder die Medikamenteneinnahme zu planen, nutzen viele Heuschnupfen-Geplagte die Pollenvorhersage. Sie zeigt an, welche Konzentrationen der wichtigsten Pollen aktuell zu erwarten sind. Doch wie erstellen die Pollenwarndienste ihre Vorhersagen?

Blütezeiten von Pflanzen schwanken zum Teil stark. Darum setzen Pollenwarndienste auf Helfer, die in jeder Region genau beobachten und melden, wie weit die Blütephase der verschiedenen Pflanzenarten fortgeschritten ist. Der Pollenwarndienst der Medizinischen Universität Wien nutzt außerdem Pollenfallen, die meist in 15 bis 20 Metern Höhe, zum Beispiel auf Hausdächern, montiert sind. Eine definierte Menge Luft mit den darin vorhandenen Pollen wird angesaugt. Die Pollen bleiben auf einem speziellen Sammelmedium haften. Die Proben werden anschließend von Experten unter dem Mikroskop begutachtet und die Menge der verschiedenen Pollenarten wird ausgezählt.

Die Grenzen: Was schränkt die Genauigkeit von Pollenvorhersagen ein?

Ungenaue Vorhersagen sind für Pollenallergiker belastend. Sie können zum Beispiel dazu führen, dass Medikamente falsch dosiert werden. Darum sollte die Vorhersage natürlich möglichst verlässlich sein. Doch warum sind Pollenvorhersagen nicht immer zu 100 Prozent genau? Das liegt zum Beispiel daran, dass auch Wetterprognosen nicht immer exakt stimmen. Dreht sich unerwartet der Wind, landen Pollen in anderen Regionen, als vorher vermutet. Zudem zeigen neue Daten, dass Pollen oft viel höher fliegen, als früher gedacht. Bestimmte Pollen wurden bis in Höhen von 2000 Metern nachgewiesen, wo sie sich überregional verbreiten können.

Die Forschungsgruppe Aerobiologie und Polleninformation von der Medizinischen Universität Wien formuliert in einer aktuellen Publikation deshalb erstmals Qualitätskriterien für die Pollenvorhersage. Sie geben an, wie dicht das Netz an Messstationen sein sollte, wie die Daten geprüft und welches Know-How dafür nötig ist, damit Pollenvohersagen weiterhin immer genauer werden.

Eine aktuelle Pollenvorhersage für Ihre Region in Österreich finden Sie unter: https://www.pollenwarndienst.at/

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