Welche Luft tut gut?
28.06.2021

Meeresluft, Höhenluft, trockene, salzige oder feuchte Luft – Lungenpatient:innen merken schnell, was ihnen guttut und was nicht. Urlaubsdestinationen können dementsprechend ausgesucht werden und sorgen nicht nur für Erholung, sondern auch Wohltat für die Lunge.

Bei der Wahl des Urlaubsortes können die Höhenlage, die Luftqualität und die Temperatur entscheidende Rollen für Lungenpatient:innen spielen. Ärzt:innen empfehlen häufig einen Aufenthalt am Meer – und das hat gute Gründe. Die feuchte, salzhaltige Luft wirkt beruhigend und schleimlösend, Sauerstoffaufnahme und CO2-Abgabe werden erleichtert. Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit können jedoch den Kreislauf belasten und die Symptome verschlimmern, daher empfiehlt sich eine Reise ans südliche Meer eher nicht im Hochsommer, sondern im Frühling oder Herbst.3

Nördliche Meere – so sie nicht arktisch sind – können auch im Sommer einen positiven Effekt haben, da die Temperaturen milder und die Kreislaufbelastung daher geringer sind. Außerdem befeuchtet die an Aerosolen reiche Meeresluft die Atemwege. Der Salzgehalt an Nord- und Ostsee ist besonders hoch, was nicht jede Patientin oder jeder Patient als angenehm empfindet.3

Sonderfall Salzgrotte

Häufig wird bei Meeresluft auch von der gesunden, negativ ionisierten Luft gesprochen. Sie herrscht auch nach einem Gewitterregen und erleichtert das Atmen. Zimmerpflanzen und natürlich alle Pflanzen im Freien tragen ebenfalls dazu bei, die Zahl der – für Patient:innen wohltuenden – negativen Ionen zu erhöhen. Salzgrotten, von denen es auch in Österreich einige gibt, versuchen den positiven Effekt nachzubilden. Sie punkten außerdem durch das Fehlen von Allergenen und weisen eine gleichbleibende Temperatur auf.2 Vollständig erforscht ist der heilsame Effekt von Salzgrotten übrigens noch nicht, doch es steht fest, dass die meisten Lungenpatient:innen den Aufenthalt als wohltuend empfinden.

Höhenluft nicht für jeden

Urlaub in den Bergen muss nicht bedeuten, dass man sich dort aufhält, wo die Luft bereits „dünn“ wird, also der Sauerstoffgehalt abnimmt. Es muss für Lungenpatient:innen ja kein Himalaya-Trekking sein. Berge gibt es gerade in Österreich auch in niedrigeren Seehöhen. Die Bergluft gilt jedoch als besonders sauber, frei von Schadstoffen, Pollen und anderen Allergenen. Zu große Höhen können durch den verminderten Luftdruck Probleme bereiten. Mittelgebirge empfiehlt sich daher allemal besser als Hochgebirge. Nicht umsonst liegen viele Luftkurorte ebendort.3

Vorsicht Kälte

Im Winter, wenn es klirrend kalt ist, sind die Temperaturen für Lungenpatient:innen oft mit zusätzlichen Beschwerden verbunden. Grund dafür ist, dass die Luft besonders trocken und kalt ist und direkt in die Atemwege strömt. Dadurch ziehen sich die Bronchien zusammen, die bei Asthma- und COPD-Patient:innen ohnehin strapaziert sind. Das Risiko für Atemnot steigt. In der Tasche sollte zudem immer ein Notfallmedikament mitgeführt werden. Es hilft zudem, einen Schal um die untere Gesichtshälfte zu wickeln und durch den Schal zu atmen, denn dadurch wird die Luft etwas wärmer und feuchter. Auch in den eigenen vier Wänden empfiehlt es sich, im Winter der trockenen Heizungsluft mit einem Luftbefeuchter zu begegnen.1 Entsprechend kann auch für einen Urlaub im hohen Norden vorgebeugt werden.

Das Maß aller Dinge ist möglichst saubere, nicht zu heiße und nicht zu kalte, nicht zu trockene und gut sauerstoffhaltige Luft. Das bedeutet, dass das Land die Stadt schlägt, Mittel- und Nordeuropa schlagen im Sommer Südeuropa und umgekehrt im Winter, moderate Höhe schlägt Tieflagen und Höhenlagen. Für einen entspannten Urlaub bieten sich damit jede Menge Destinationen an.

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