Was macht die Zytologie?
10.08.2021

Die Zytologie erforscht die Zelle, ihren Aufbau und ihre Funktionen. Daraus ergeben sich wichtige Erkenntnisse für verschiedene Krankheiten, deren Diagnose und Therapie. Insbesondere die Begutachtung von Zellveränderungen kann Aufschlüsse über Krankheitsprozesse geben.

Bei der Begutachtung und Charakterisierung von Zellen mit dem Mikroskop, der Zytologie, wird in der Lungendiagnostik vor allem nach krankhaften Veränderungen der Zellen, die zum Beispiel Hinweise auf einen Tumor liefern, gesucht. Auch Bakterien oder Pilze, die die Lunge befallen, könnten mittels Zytologie nachgewiesen werden. Im Idealfall ist dafür lediglich Sputum, abgehustetes Sekret, erforderlich, das der Körper auf natürlichem Wege ausscheidet. In schwierigeren Fällen und wenn eine detaillierte Analyse erforderlich ist, werden Zellen im Rahmen einer Bronchoskopie, einer Spiegelung des Luftröhren- und Bronchialsystems, einer Bronchial-Lavage oder einer Biopsie gewonnen.2 

Wichtiges Diagnosemittel 

Eine der bekanntesten zytologischen Untersuchungen ist der sogenannte PAP-Abstrich, mit dem ein Screening nach Gebärmutterhalskrebs durchgeführt wird. Daneben gibt es aber auch die nicht-gynäkologische Zytologie, für die Proben aus Blut, Harn, Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), Lunge und Pleura (Brust- und Rippenfell), Sputum, Schilddrüse und Brustdrüse entnommen werden. Für die Diagnose von Lungenerkrankungen gehören zytologische Untersuchungen zur Routine.1 

Je nach Volumen und Herkunft werden die Proben entweder direkt auf einen Objektträger ausgestrichen oder zuvor durch Zentrifugation beziehungsweise Mikrofiltration aufkonzentriert. Dann werden die Zellen mit verschiedenartigen Reagenzien angefärbt, um besondere Charakteristika der Zellen oder einzelne Zellbestandteile wie zum Beispiel den Zellkern sichtbar zu machen oder hervorzuheben. Darüber hinaus gibt es auch Färbemethoden, mit denen Pilze oder bestimmte Bakterienarten nachgewiesen werden können.2 

Onkologie 

Mit der Immunzytologie werden in der Onkologie (Lehre von Krebserkrankungen) Krebsuntersuchungen durchgeführt. Dabei werden Zellproben auf Antikörper untersucht, die an bestimmte Zellkomponenten binden. Die Antikörper lassen sich mittels Farb- oder Fluoreszenzreaktion sichtbar machen. So können die Gewebeherkunft von Tumorzellen oder der Typ eines Tumors bestimmt werden – Informationen, die für die Tumorbehandlung wichtig sein können. Da künftig der Trend zur Entwicklung von Medikamenten geht, die bestimmte Tumorarten gezielt bekämpfen, wird die Zytologie an Bedeutung gewinnen.2 

Fachbegriffe

Zytologie: mikroskopische Untersuchung von Körperzellen 

Zytodiagnostik: Untersuchungsverfahren zur Analyse von Zellen 

Zytopathologie: Beurteilung krankhafter Zellveränderungen 

Gewebe: größere Ansammlung gleichartiger Zellen 

Interzellularsubstanz: Material zwischen den Zellen 

Sputumzytologie: zytologische Untersuchung von Auswurf 

Abstrichzytologie: zytologische Untersuchung von Abstrichmaterial 

Immunzytologie: mikroskopische Untersuchung von Zellen mithilfe von markierten Antikörpern, die definierte Zellstrukturen anfärben3 

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Untersuchung