Was kann Biofeedback bewirken?
11.10.2022

Biofeedback wird eingesetzt um Schmerzen zu reduzieren, den Blutdruck zu senken, bei psychischen Erkrankungen oder um Migräne in den Griff zu bekommen. Auch bei Atemwegserkrankungen hat sich das verhaltensmedizinische Verfahren bewährt.

Biofeedback-Verfahren beruhen auf der Beobachtung, dass Menschen Körperreaktionen beeinflussen können, wenn sie diese zuvor bewusst wahrgenommen haben.1 Beim Biofeedback wird ein normalerweise nicht spürbarer körperlicher Vorgang gemessen und als ein gut wahrnehmbares Signal „rückgemeldet“. Über diese Rückmeldung können Patient:innen lernen, das Verhalten willentlich zu beeinflussen. Schmerzen können damit um 50 bis 60 % gelindert werden – vergleichbar mit einer medikamentösen Behandlung. Das Biofeedback muss jedoch auch erst erlernt und geübt werden und kann so schon rund 20 bis 40 Sitzungen erfordern. Doch die Wirkung ist oft besonders nachhaltig und auch Nebenwirkungen sind keine bekannt.1 

Vielfältige Einsatzgebiete 

Schmerzzustände können zum Beispiel als Resultat von Angst vor den Schmerzen, negativer Stimmungslage, Ärger oder Aufregung entstehen. Wird die zugrunde liegende Erregung gemindert, können auch die Schmerzzustände reduziert werden. Die Biofeedbackanalyse misst zunächst die im Körper vorhandene Aktivität. Die Ärztin oder der Arzt schließt dazu Elektroden an das schmerzende Körperteil an. Ein hörbares (akustisches) und sichtbares (visuelles) Signal zeigt, welche Prozesse gerade im Körper ablaufen. Die Patient:innen können dann – zum Beispiel mit Hilfe von Entspannungstechniken - den Erregungszustand und damit die Schmerzen selbst kontrollieren, benötigen dafür jedoch meist etwas Übung.1 

Bei Atemwegserkrankungen wird das Biofeedbackverfahren mit unterschiedlichen Erfolgen eingesetzt. Einzelne, kleinere Studien ergaben Hinweise darauf, dass Asthma-Patient:innen, die an Biofeedback-Sitzungen teilnahmen, weniger Medikamente brauchten und dass das Verfahren bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung die Beschwerden lindert. Bei der Behandlung von Asthma-Symptomen erwies sich Biofeedback bisher als unwirksam. Insgesamt ist das Verfahren jedoch bislang noch nicht ausreichend untersucht.2