Unerwünschter Gewichtsverlust: Kachexie bei COPD

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Unerwünschter Gewichtsverlust: Kachexie bei COPD

Atmung und Ernährung stehen in engem Zusammenhang. Hat der Körper nicht genug Sauerstoff, um die Nährstoffe aus der Nahrung zu verarbeiten, drohen Muskelschwund und Gewichtsverlust. Diese mögliche Begleiterkrankung nennt man Kachexie.

 

Kachexie: Untergewicht durch Muskelschwund

Um Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen (zu „verbrennen“), braucht der Körper vor allem eines: Sauerstoff. Bei COPD ist aber die Aufnahme von Sauerstoff zunehmend eingeschränkt. Dadurch wird im Lauf der Zeit auch das Essen immer beschwerlicher und der Körper kann nur noch einen Teil der zugeführten Nährstoffe verarbeiten. Gleichzeitig braucht das Atmen aber mehr Energie, die dann dem Rest des Körpers nicht mehr zur Verfügung steht. In der Folge baut der Körper vor allem die Bestandteile ab, die viel Energie verbrauchen: die Muskeln. Kommt es zu Muskelschwund mit einem raschen (unerwünschten) Gewichtsverlust, spricht man von Kachexie. Ein großer Teil der COPD-Patientinnen und -Patienten ist davon betroffen: Je nach Schweregrad der Erkrankung trifft es 20 bis 60 % der Patientinnen und Patienten.

Die Folgen einer Kachexie bei COPD:

Patientinnen und Patienten mit einer Kachexie magern stark ab und fühlen sich schwach. Durch den Muskelschwund wird die Atmung noch weiter erschwert, sodass die gesunde Ernährung noch schwieriger wird. Gleichzeitig steigt die Infektanfälligkeit, die Patientinnen und Patienten werden also häufiger krank, was die Entwicklung der COPD ebenfalls negativ beeinflussen kann. Auch weitere Symptome wie Herzrhythmusstörungen, Mangelerscheinungen oder Depressionen sind möglich. Es ist daher wichtig, eine Kachexie möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Besonders hellhörig sollten Sie werden, wenn sich Ihr Gewicht in den letzten sechs Monaten um mehr als zehn Prozent oder im letzten Monat um mehr als fünf Prozent reduziert hat.

Behandlung einer Kachexie:

Kachektische Patientinnen und Patienten werden meist auf eine hochkalorische Nahrung umgestellt, um etwas an Gewicht zuzulegen. Speisen können zum Beispiel mit Öl oder Nüssen angereichert oder durch spezielle Trinknahrung ergänzt werden. Gleichzeitig ist ein moderates körperliches Training wichtig, um dem Muskelschwund entgegenzuwirken. Um Ernährung und Training trotz Beschwerden in den Alltag integrieren zu können, ist eine gute Beratung zur individuellen Situation notwendig.

Weitere Tipps zur Ernährung und Bewegung mit COPD sowie zur Vorbeugung von Muskelschwund finden Sie nächste Woche hier auf dem Blog.

Quellen:

  • www.copd-deutschland.de/images/patientenratgeber/crossmed/begleiterkrankungen.pdf
  • www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/muskelschwund-bei-copd-moeglichst-fruehzeitig-mit-ernaehrungstherapie-vorbeugen/
  • www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-242014/gefaehrliche-abwaertsspirale/
  • www.uks.eu/fileadmin/UKS/Einrichtungen/Schulzentrum/Diaetschule/PDFs/COPD.pdf
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