Die gegenseitige Beeinflussung von Stress und chronischen Erkrankungen

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Die gegenseitige Beeinflussung von Stress und chronischen Erkrankungen

Dass psychische Belastung sich negativ auf das allgemeine Wohlbefinden und auf die Gesundheit auswirkt, ist allgemein bekannt. Schlafstörungen oder psychische Erkrankungen wie Burn-out sind nur einige der möglichen Folgen einer hohen Stressbelastung. Darauf weisen auch immer wieder verschiedene Untersuchungen hin.

Aber auch das Risiko für die Entwicklung körperlicher Erkrankungen wie Asthma oder chronische Bronchitis steigt bei einer hohen psychischen Belastung wie sie zum Beispiel bei einer schweren Depression gegeben ist.
Der Zusammenhang zwischen psychischer und körperlicher Gesundheit ist also vielfach belegt.

Kann schon ein moderater Stresslevel das Risiko von Lungenerkrankungen erhöhen?

In einer aktuellen britischen Studie haben Kyle McLachlan und Catharine Gale nun herausgefunden, dass sogar moderater Stress sich schon ungünstig auf die Entwicklung von verschiedenen chronischen Erkrankungen wie COPD auswirken kann. Hierzu wurden die Daten insgesamt 16 485 Erwachsenen aus einer Langzeitstudie zum Gesundheitszustand der Bevölkerung Großbritanniens über einen Zeitraum von drei Jahren ausgewertet.

Der Stresslevel wurde mit einem Fragebogen, dem General Health Questionnaire 12 (GHQ-12), erfasst. Hier beantworteten die befragten Personen zum Beispiel, wie sehr sie in den letzten Wochen unter Druck standen oder ob sie in letzter Zeit einen Mangel an Selbstvertrauen gespürt haben. Auch die Konzentrationsfähigkeit und die Entscheidungsfähigkeit werden abgefragt.

So ergibt sich ein Gesamtbild über die aktuelle psychische Verfassung der befragten Personen. Die Ergebnisse wurden schließlich in Zusammenhang mit der Entwicklung von Arthritis, Herzkreislauferkrankungen und Lungenerkrankungen gestellt. Es zeigte sich, dass bereits ein niedriger Stresslevel ausreichend ist, um das Risiko dieser Erkrankungen deutlich zu erhöhen.

Wie können Sie eine psychische Belastung gegen Gelassenheit tauschen?

Für die Gesundheit ist es also wichtig, negativen Stress möglichst zu vermeiden. Werden Sie sich daher bewusst, welches Ihre „Energieräuber“ sind. Erst wenn Sie die stressauslösenden Faktoren in Ihrem Leben identifiziert haben, können Sie etwas daran ändern. Erstellen Sie am besten eine Liste und überlegen Sie sich Alternativen. Geben Sie Ihrem Alltag Struktur, denn diese vermittelt Sicherheit und wirkt so ebenfalls gegen Belastungen. Hilfreich könnten hier zum Beispiel verschiedene Apps sein, die Ihren Tag planen und Ihnen gleichzeitig helfen, gesundheitsfördernde Maßnahmen und Entspannung in Ihren Tagesablauf zu integrieren.

Verschiedene Entspannungstechniken oder Achtsamkeitstraining können Sie in Online-Kursen, die zum Beispiel von Krankenkassen angeboten werden, oder auch in Volkshochschulkursen erlernen. Kurse vor Ort bieten den Vorteil, dass Sie hier auch soziale Kontakte knüpfen können, was oft zusätzlich stressreduzierend wirkt.
Oft helfen schon Kleinigkeiten, die nicht viel Zeit erfordern, gegen Anspannung. Bereits ein zwanzigminütiges Entspannungstraining hilft laut einer amerikanischen Studie von Cruess und Kollegen, den Stresslevel deutlich zu reduzieren.

Auch regelmäßige Dankbarkeitsnotizen konnten in einer Studie stressreduzierend wirken. Teilnehmer aus dem medizinischen Bereich schrieben hier zweimal pro Woche kurz auf, wofür sie in der Arbeit dankbar waren.
Denken Sie auch an Ihre Ernährung. Regelmäßiges und gesundes Essen wirkt sich positiv auf Ihr Wohlbefinden aus und trägt daher ebenfalls dazu bei, mehr Gelassenheit im Alltag entwickeln zu können.

Sprechen Sie mit Ihren Freunden, meist haben diese auch Erfahrung mit psychischer Belastung gemacht und können Ihnen von ihren Strategien berichten. So profitieren Sie gleich doppelt: von den hilfreichen Tipps und gleichzeitig von positiven sozialen Kontakten.
Lassen Sie sich auch von Vorschlägen aus dem Internet inspirieren, um psychische Anspannung zu reduzieren und um zu einer gelasseneren Einstellung und schließlich zu mehr Lebensqualität zu kommen.

Quellen

http://www.gbe-bund.de/pdf/DEGS1_Chronischer_Stress.pdf
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18774423?dopt=Abstract
https://www.jpsychores.com/article/S0022-3999(18)30047-3/fulltext
http://psycnet.apa.org/record/2015-16486-001
http://psycnet.apa.org/record/2014-38568-001

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