Sing dich glücklich!

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Sing dich glücklich!

Menschen mit Lungenproblemen leiden häufig auch unter einem „dünnen Stimmchen“. Mit Gesang kann die Stimme gestärkt, neues Selbstbewusstsein erlangt und die Atemtechnik verbessert werden.

Singen bedeutet für viele Menschen – gesunde wie kranke – Erfüllung, Entspannung, ein soziales Erlebnis und eine Form der körperlichen Befreiung. Beim Sport und beim Singen fühlt es sich gut an, einen längeren Atem zu haben und der Atemnot mithilfe gezielter Übungen ein Schnippchen zu schlagen.

Sänger mit Lungenproblemen

Der Chor „Easy Breathy Singers Austria“ zeigt eindrücklich, was Singen alles kann. Die Chormitglieder leiden an Asthma oder COPD und haben zu einem Gutteil eine stark eingeschränkte Lungenfunktion. Singen kann zu einer besseren Lebensqualität beitragen, wenn im Hinblick auf die Lungenprobleme die Vorteile des Singens genutzt werden. Haltungs- und Atemübungen gehören zum Singen dazu – sie helfen im Alltag, mit Atemproblemen besser zurechtzukommen, indem sie helfen, den Schleim in der Lunge loszuwerden. Davon abgesehen bessert Singen die Laune, es ist gesellig und macht dadurch selbstsicherer. Die „Easy Breathy Singers Austria“ proben in der Praxis eines Lungenfacharztes in Amstetten, der feststellte, dass die singenden Patienten mit weniger Kortison auskommen.1

Die Benefits des Singens

Singen mobilisiert Kraft, Lust und Kreativität. Es kann helfen, Menschen aus Depressionen zu führen und Ängste zu mildern. Lieder können Kraft und Trost spenden, sie können berühren und die Stimmung heben. Singen verbessert die Körperhaltung, bringt den Kreislauf in Schwung und erhöht die Sauerstoffsättigung im Blut, denn wir atmen beim Singen öfter als im Ruhezustand. Der Blutdruck stabilisiert sich, die Organe werden besser durchblutet und die Konzentrationsfähigkeit steigt.

Musik wirkt sich aber auch auf das vegetative Nervensystem aus, das für automatische Abläufe im Körper wie Atmen, Herzschlag oder Verdauung zuständig ist. In diesem System gibt es zwei wichtige Komponenten, den Sympathikus und den Parasympathikus. Der Sympathikus ist dann aktiv, wenn wir unter Stress stehen. Dann werden Atem-, Herzfrequenz und Blutdruck erhöht. Der Parasympathikus sorgt als Ausgleich für Beruhigung und Entspannung. Bei gesunden Menschen sind Sympathikus und Parasympathikus in Balance. Singen aktiviert den Parasympathikus und macht uns daher entspannter: Der Blutdruck sinkt, der Puls wird langsamer und die Muskulatur entspannt sich – Effekte, die bei Lungenproblemen von großem Vorteil sind.2

Doch damit nicht genug! Singen stärkt die Abwehrkräfte, es macht zufriedener, sorgt für besseren Schlaf und verlängert das Leben. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen auf Gesangstherapie setzen. Dass es außerdem die Atemtechniken verbessert, Atemkontrolle vermittelt, die Lunge trainiert und viele körperliche Funktionen verbessert, macht Singen zur idealen Freizeitbeschäftigung für Menschen mit Lungenproblemen.

Quellen

 

Erschienen am 10.11.2020

Foto © highwaystarz – stock.adobe.com

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