Richtige Einnahme von Medikamenten
27.09.2022

Ob Medikamente auf nüchternen Magen eingenommen werden, mit Wasser, Saft oder nach dem Essen, kann einen Effekt auf die Wirksamkeit haben. Die Anweisungen der betreuenden Ärzt:innen und Apotheker:innen sind daher entscheidende Richtlinien.

Eine erfolgreiche Arzneimitteltherapie ist nur so gut wie die Bedingungen der Einnahme. Uhrzeit und Nüchternheit stellen beispielsweise entscheidende Faktoren dar, um die erwünschte Wirkungsweise zu erzielen. Die Apothekerkammer nennt die wichtigsten Regeln:1 

Einmal am Tag: Die Einnahme muss jeden Tag zur selben Uhrzeit plus/minus 2 Stunden erfolgen. Somit ist ein ausreichend hoher Wirkstoffspiegel im Körper gewährleistet. 

Zweimal am Tag: In diesem Fall wird die Dosis auf zwei Zeitpunkte, alle 12 Stunden, aufgeteilt. Dabei sind die Zeiten morgens und abends plus/minus etwa eine Stunde einzuhalten. Wird eine Dosis zum Frühstück um 8 und eine zum Abendessen um 18 Uhr genommen, fällt der Wirkstoffspiegel in den 14 Stunden zwischen 18 und 8 Uhr eventuell unter den Wirkgrad des Medikaments. Die zweite Dosis sollte daher erst um 20 Uhr eingenommen werden. 

Dreimal am Tag: Die Dosierung dreimal täglich bedeutet eine Einnahme alle 8 Stunden. Hier ist die Einnahme plus/minus einer halben Stunde genau einzuhalten. 

Viermal am Tag: Die Dosis wird alle 6 Stunden verabreicht. Die Zeitabstände müssen genau eingehalten werden. 

Einnahme vor dem Essen: In diesem Fall soll das Medikament mindestens 1 Stunde vor dem Essen eingenommen werden. 

Einnahme während des Essens: Während des Essens werden Medikamente eingenommen, die z. B. magenschädlich sind und nicht mit der Magenschleimhaut in Berührung kommen sollten. 

Einnahme nach dem Essen: Nach dem Essen bedeutet, dass das Essen den Magen bereits verlassen haben muss. Das Medikament wird mindestens 2 Stunden nach dem Essen mit viel Wasser eingenommen, denn Nahrung kann diese Arzneien unwirksam machen. 

Einnahme mit Wasser: Tabletten und Kapseln sollten immer mit mindestens einem Viertelliter Wasser eingenommen werden. Dadurch wird die Arznei vom Magen schneller weiterbefördert und die Schleimhäute der Speiseröhre werden geschont. 

Heikle Lebensmittel: Manche Lebensmittel vertragen sich schlecht mit Medikamenten. Kaffee, Tee, Milch, Grapefruitsaft oder alkoholische Getränke sind nicht zum Einnehmen von Tabletten oder Kapseln geeignet, da es zu Wechselwirkungen kommen kann. Sogar einige Gemüsesorten wie Brokkoli, Kohl oder Käse oder Mineralstoffe können die Wirksamkeit mancher Arzneimittel verändern. 

Wichtig ist außerdem, die betreuende Ärztin oder den betreuenden Arzt stets über alle Medikamente zu informieren, die eingenommen werden müssen. Auch nicht verschreibungspflichtige Produkte sind relevant. Bei einer großen Zahl von Medikamenten kann ein Einnahmeplan helfen, der gemeinsam erstellt wird. Arzneikassetten machen die Einnahme durch eine Vorsortierung einfacher. Ungewöhnliche Reaktionen oder Wirkungen müssen umgehend der betreuenden Ärztin oder dem betreuenden Arzt gemeldet werden.2 

Eine Besonderheit stellt die Einnahme von Inhalationsmitteln wie Asthmasprays dar. Am besten lassen sich Patient:innen die Anwendung zeigen. Die Inhalationstechnik hängt vom verwendeten Präparat ab. Ein treibgasgefülltes Dosier-Aerosol sollte vor der Inhalation kräftig geschüttelt (nur wenn der Wirkstoff als sogenannte Suspension vorliegt, nicht wenn er in Lösung vorliegt), der Sprühstoß langsam eingeatmet und der Atem einige Sekunden angehalten werden. Bei Pulverinhalatoren müssen die Patienten schnell und kräftig einatmen. Nach der Inhalation von Kortison-hältigen Inhalationen den Mund ausspülen oder etwas trinken.3