Rettungsanker Lungentransplantation

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Rettungsanker Lungentransplantation

1989 wurde an der Medizinischen Universität Wien die erste Lungentransplantation Österreichs durchgeführt. Heute gilt der Eingriff als Rettungsanker für Patienten mit nicht mehr therapierbaren Lungenerkrankungen.

Allein an der MedUni Wien werden jährlich zwischen 110 und 120 Lungen transplantiert.1 Zweitgrößtes Transplantationszentrum in Österreich, wo unter anderem Lungen transplantiert werden, ist die Universitätsklinik Innsbruck.2 Eurotransplant, die europäische Schalt- und Organisationszentrale für Organtransplantationen, regelt die Vergabe von Spenderlungen in bestimmten europäischen Ländern. Zusätzlich betreibt die MedUni Wien ein Lungentransplant-Netzwerk, das den Spendenpool vergrößert.4 Die Wartezeit auf ein Spenderorgan dauert einige Monate bis drei Jahre, in lebensbedrohlichen Fällen kann auch innerhalb weniger Tage transplantiert werden. Manchmal wird durch Lungenkrankheiten auch das Herz in Mitleidenschaft gezogen. In diesen Fällen kommt auch eine kombinierte Herz-Lungentransplantation infrage.3 In jedem Fall ist die Transplantation ein Schritt, der großer Vorbereitungen bedarf, hohe Risiken mit sich bringt und auch den Empfänger emotional sehr belasten kann. Andererseits ist er für viele Lungenpatienten die einzige Überlebenschance.

Ein fast normales neues Leben

Heute gehört die Lungentransplantation zu den Standardbehandlungen für verschiedene Lungenerkrankungen, wenn andere Therapieoptionen nicht mehr wirken. In den meisten Fällen werden beide Lungenflügel transplantiert, doch auch ein Lungenflügel oder einzelne Lungenlappen sind möglich. Größe von Spender und Empfänger sowie Blutgruppen müssen zusammenpassen. Im Zweifelsfall kann aber die Lunge ohne Funktionsverlust verkleinert werden.1 Die Überlebensrate kann sich durchaus sehen lassen: rund 85 % nach einem Jahr und etwa 65 % nach fünf Jahren.4

Eine Lungentransplantation birgt die üblichen Operationsrisiken wie Wundinfektionen oder Blutungen, aber natürlich auch sehr spezifische Risiken, wie etwa eine Verengung der Atemwege, eine Abstoßreaktion oder ein Auseinanderklaffen von Spender- und Empfängerbronchus.5 Für den komplexen Eingriff kommen daher nicht alle Lungenpatienten infrage – das Alter, der Allgemeinzustand, aber auch die Operationsfähigkeit, das Stadium der Grunderkrankung und mögliche weitere Erkrankungen sind Faktoren, die davor berücksichtigt werden müssen.6 Nach der Operation beginnt eine mindestens dreiwöchige intensivmedizinische Behandlung, anschließend Rehabilitation und danach sorgt ein engmaschiges Überwachungsnetz dafür, dass Komplikationen rasch entschärft werden, bevor sie zum Problem werden. In den vergangenen Jahren hat sich die Lebensqualität nach einer Lungentransplantation deutlich verbessert – Patienten können heute ein weitgehend normales Leben führen.4

 

 

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