Rehabilitation - ambulant oder stationär?
28.12.2021

Seit einigen Jahren werden vermehrt ambulante Rehabilitationen angeboten. Im Gegensatz zur stationären Rehabilitation wohnen Patient:innen dafür zu Hause und pendeln zur Therapie. 

Bei einer ambulanten Reha werden Patient:innen nicht stationär aufgenommen. Eine ambulante Reha kommt infrage:

  • anstelle einer stationären Reha oder

  • im Anschluss an eine stationäre Reha oder 

  • bei weiterem Rehapotenzial.1

Grundsätzlich muss eine ambulante so wie eine stationäre Reha immer genehmigt werden. Erster Ansprechpartner ist jeweils die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Außerdem muss es ein passendes Angebot für das vorliegende Gesundheitsproblem geben. Auch darüber weiß die Ärztin oder der Arzt Bescheid. Darüber hinaus muss eine mehrmals wöchentliche Anreise zur Reha problemlos möglich sein.1 Eine zumutbare Entfernung von bis zu 30 Kilometern wird dafür veranschlagt.2 Kosten entstehen abgesehen von der An- und Abreise nicht.1;

Reha für Lungenpatient:innen

Zu den Zielen der pneumologischen Rehabilitation (Asthma/COPD), also jener für Lungenpatient:innen, gehören die körperliche und psychische Verbesserung und jene der Lebensqualität. Begleiterkrankungen müssen berücksichtigt werden. Ein Fokus liegt auf einer Normalisierung des Körpergewichts mittels entsprechender Ernährung, ein weiterer auf generell gesundheitsförderlichem Verhalten inklusive Raucherentwöhnung. Tätigkeiten zur besseren Bewältigung des Alltags bei körperlichen Einschränkungen sollen wiedererlernt werden und gegebenenfalls eine Wiedereingliederung ins Berufsleben stattfinden. Zudem gilt es, die Erkrankung zu verarbeiten.3

Eine ambulante Reha ist nicht automatisch ein Krankenstand. Für eine Krankschreibung ist die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt zuständig.1 Der allgemeine Gesundheitszustand sollte für eine ambulante Reha gut genug sein, um die häufigen An- und Abreisen zu bewältigen.2

Vorteile der ambulanten Reha

Eine ambulante Reha bietet eine ganze Reihe von Vorteilen:2

  • Das Behandlungsprogramm ist nicht stationär. Das heißt, die Patient:innen wohnen für den gesamten Zeitraum zu Hause und können ihre gewohnte Lebensführung beibehalten. Sie verbleiben in ihrem familiären Umfeld.

  • Die ambulante Rehabilitation ist berufsbegleitend möglich. Eine tageweise Abwesenheit vom Arbeitsplatz lässt sich mit dem Arbeitgeber oft besser vereinbaren als eine durchgehende dreiwöchige Auszeit vom Beruf.

  • Der Therapieplan wird speziell auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten und die Behandlungstermine werden bestmöglich geplant.

  • Angehörige können bei Bedarf durch spezielle Schulungen in das Programm eingebunden werden.

  • Die therapeutischen Leistungen sind kostenfrei. Lediglich für die Fahrtkosten müssen die Patient:innen selbst aufkommen.

Reha-Phasen

In der ersten Phase kommt eine Frührehabilitation im Krankenhaus zum Tragen. Im Anschluss an den Aufenthalt im Akutkrankenhaus folgt eine stationäre oder eine ambulante Reha. Für die stationäre Variante sind drei Wochen, für die ambulante sechs Wochen vorgesehen. In der dritten Phase kommt es zu einer weiterführenden Stabilisierung der bisher erzielten Reha-Erfolge sowie weiterer Unterstützung bei Vervollständigung von Reha-Zielen. Schließlich ist in einer letzten Phase für eine langfristige wohnortnahe ambulante Nachsorge durch Atemphysiotherapie oder eine Ärztin bzw. einen Arzt zu sorgen.3