Radon: Belastung reduzieren
24.10.2022

Radon sieht und riecht man nicht. In hohen Konzentrationen kann es gesundheitsgefährdend sein. Insbesondere für Risikopatient:innen zahlen sich daher Messungen und geeignete Schutzmaßnahmen aus. 

Radon kommt in der Umwelt in unterschiedlichen Konzentrationen vor. Sammelt es sich in geschlossenen Räumen an, können gesundheitsgefährdende Konzentrationen entstehen. Über die Atemluft gelangt Radon in die Lunge und kann Lungenkrebs verursachen. Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist umso größer, je mehr Radon sich in der Atemluft befindet und je länger Radon eingeatmet wird. Ein Schwellenwert, unterhalb dessen Radon mit Sicherheit ungefährlich ist, ist nicht bekannt. Radon ist nach dem Rauchen eine der wichtigsten Ursachen für Lungenkrebs.1 

Rauchen und Radon verstärken sich in ihrer schädlichen Wirkung auf die menschliche Gesundheit gegenseitig, sodass Radon für diejenigen, die rauchen oder geraucht haben, das Lungenkrebsrisiko besonders stark erhöht. Radon erhöht jedoch auch nachweislich das Lungenkrebsrisiko für Menschen, die ihr Leben lang nicht geraucht haben.

Wie wirkt Radon? 

Wenn Radon radioaktiv zerfällt, entstehen als kurzlebige Folgeprodukte radioaktive Isotope von Polonium, Wismut und Blei. Sie sind in der Luft überwiegend an Staubteilchen, so genannte Aerosole, angelagert. Radon und seine Folgeprodukte werden mit der Luft eingeatmet. Während das gasförmige Radon fast vollständig wieder ausgeatmet wird, lagern sich die radioaktiven Folgeprodukte Polonium, Wismut und Blei an das empfindliche Lungengewebe an und zerfallen dort weiter. Dabei entsteht Alphastrahlung. Diese Strahlung kann die Zellen in der Lunge schädigen, insbesondere das darin enthaltene Erbgut bzw. die DNA. Dadurch kann Lungenkrebs entstehen.1 

Radon führt auch zu einer Strahlendosis für andere menschliche Organe, vor allem für den Hals-Nasen-Rachenraum oder die Haut. Für alle anderen Organe ist die Strahlendosis selbst bei erhöhten Radon-Konzentrationen sehr klein. Dies gilt auch bei Schwangeren für deren Ungeborenes. Belege dafür, dass durch langjährige erhöhte Radon-Konzentrationen in geschlossenen Räumen andere Erkrankungen als Lungenkrebs entstehen können, gibt es bisher nicht.1 

Belastung reduzieren 

Radon in der Raumluft kann einfach und preisgünstig gemessen werden. Regelmäßiges Lüften und das Abdichten undichter Stellen in Keller und Erdgeschoß sind erste Maßnahmen bei hoher Radon-Konzentration. Mögliche Eintrittsstellen für Radon wie Risse und Fugen in Boden und Wänden, Rohrdurchführungen, auch Leitungskanäle und -rohre sollten mit radondichtem Material abgedichtet werden. Der Radoneintritt kann außerdem durch den Einbau von Kunststofffolien, Beschichtungen und Bitumenbahnen im Fundamentbereich verringert werden. Das Ziel dabei ist, eine radondichte Sperrschicht zwischen Untergrund und Gebäude oder zumindest zwischen Keller und Wohnbereich einzuführen. Auch das Absaugen radonhaltiger Bodenluft unter oder neben dem Gebäude kann helfen, ebenso der Einbau technischer Lüftungsanlagen.1,2