Offen über chronische Lungenerkrankungen sprechen – Teil 2: Beruflich

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Offen über chronische Lungenerkrankungen sprechen – Teil 2: Beruflich

Mit Freunden und Angehörigen über die eigenen Einschränkungen zu sprechen, das ist eine Sache. Im beruflichen Umfeld kann das noch schwieriger sein. Soll man dort wirklich offen über die Lungenerkrankung sprechen?

Das spricht gegen den offenen Umgang mit der Lungenerkrankung:

Leider gibt es gerade im beruflichen Umfeld noch immer große Vorurteile gegenüber chronisch kranken Menschen. Nicht alle Arbeitgeber und Kollegen verhalten sich fair, viele Betroffene fürchten Einschnitte in der Karriere oder sogar einen Jobverlust. Außerdem gibt es viele, die Arbeit und Privates so weit wie möglich trennen möchten. Und die eigene Gesundheit ist natürlich etwas höchst Privates, das nicht jeden Kollegen etwas angeht.

Das spricht für den offenen Umgang mit der Lungenerkrankung:

Ganz ehrlich: Wenn Ihre Krankheit Sie beeinträchtigt, werden Sie sie nicht auf Dauer verheimlichen können. Für die Kollegen und vor allem die Vorgesetzten kann es dann wichtig sein, zu erfahren, warum sie häufiger ausfallen oder nicht mehr ihre volle Leistungsfähigkeit erbringen können. Mit Ihrer Offenheit schützen Sie sich selbst vor Überforderung und vor einem ungesunden Versteckspiel. Zudem werden Sie vielleicht von Ihren Kollegen und ihrer Hilfsbereitschaft positiv überrascht. Wenn wenigstens die direkten Kollegen wissen, wie sie im Notfall mit einem Atemnotanfall umgehen können, bringt das Sicherheit für Sie und die Kollegen. Und: Gerade Ihre Offenheit kann Sie vor Nachteilen im Job schützen.

Rechte für Lungenkranke am Arbeitsplatz:

Sie sind rechtlich nicht verpflichtet, den Arbeitgeber über Ihre Lungenerkrankung zu informieren, solange Sie damit niemanden gefährden. Trotzdem kann es sinnvoll sein: Nur durch eine offene Kommunikation können Sie Ihre Rechte am Arbeitsplatz sichern. Mit einer chronischen Erkrankung haben Sie besondere Sicherheiten und Vorteile im Beruf, die Ihnen im Arbeitsalltag helfen können.

Unser Tipp:

Warten Sie mit dem Gespräch im Arbeitsumfeld, bis Sie sich selbst an die Diagnose gewöhnt haben und einschätzen können, welche Veränderungen auf Sie zukommen. Wenn Sie sich für eine offene Kommunikation entschieden haben, dann informieren Sie zuerst Ihren Vorgesetzten und erst dann ausgewählte Kollegen.

In einem unserer vorigen Blogbeiträge sind wir bereits auf den Aspekt “Privat” eingegangen, sie finden den ersten Teil hier.

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