Lungenkrebs: Zahlen, Daten, Fakten
10.05.2022

Die Entwicklung von Lungenkrebserkrankungen ist für Männer und Frauen sehr unterschiedlich. Wichtig ist in jedem Fall eine möglichst frühzeitige Diagnose. 

Lungenkrebs – das sogenannte Bronchialkarzinom – entsteht in den Bronchien. Auf Basis des Erscheinungsbildes unterscheidet man zwei Gruppen von Lungenkrebs: Das nicht kleinzellige Lungenkarzinom, das für rund 85 % der Lungenkrebsfälle verantwortlich ist, wird in Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom und großzelliges Karzinom eingeteilt. Das kleinzellige Karzinom ist für zehn bis 15 % der Erkrankungen verantwortlich und ist dadurch charakterisiert, dass es sich rasch über den Blutweg und die Lymphbahnen ausbreitet.4 

90 % der Lungenkrebspatienten sind Raucher und Exraucher – aber auch Passivraucher sind davon betroffen. Darüber hinaus sind Erkrankungen der Atmungsorgane durch Tabakkonsum wie chronische Bronchitis und chronisch obstruktive pulmonale Erkrankungen (COPD) Risikofaktoren. Die Vererbung spielt bei der Entstehung von Lungenkrebs eine untergeordnete Rolle.4 

Genderspezifische Zahlen 

Jährlich erkranken in Österreich etwa 42.000 Menschen an Krebs, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Für beide Geschlechter stellen bösartige Tumorerkrankungen, nach den Herz-Kreislauferkrankungen, die zweithäufigste Todesursache dar.1 

Lungenkrebs, vom Prostatakrebs an die zweite Stelle der häufigsten Krebsleiden verdrängt, zeigt einen nach Geschlechtern stark unterschiedlichen Verlauf: Während das Erkrankungsrisiko der Männer seit Jahren stark sank (die Zahl der Neudiagnosen blieb etwa gleich), stieg das der Frauen stetig an. Bei Männern betrafen im Jahr 2022 22 % aller Tumorerkrankungen die Lunge, bei Frauen waren es 23 %.2 Das bedeutet, dass 2019 2.770 Männer und 2.061 Frauen an einem bösartigen Lungentumor erkrankten. Lungenkrebs war damit die häufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen (insgesamt 11,6 % aller Krebsneuerkrankungen). 2.337 Männer und 1.641 Frauen verstarben zuletzt daran. Somit war Lungenkrebs weiterhin die häufigste Krebstodesursache bei Männern und bereits die zweithäufigste Krebstodesursache bei Frauen in Österreich (insgesamt 19,6 % aller Krebssterbefälle). Die altersstandardisierte Rate betrug zuletzt 54 von 100.000 Personen der Bevölkerung für die Neuerkrankungen und 45 für die Sterblichkeit. Am Jahresende 2019 waren 8.196 Männer und 6.959 Frauen mit einem bösartigen Lungentumor am Leben.3 

Die Entwicklung des Lungenkrebses erwies sich im vergangenen Jahrzehnt für die Frauen als äußerst ungünstig: Bei ihnen stiegen sowohl die altersstandardisierte Neuerkrankungs- als auch die Sterberate (von 37 im Jahr 2009 auf 42 im Jahr 2019 bzw. von 27 auf 34 je 100.000 Frauen), während die entsprechenden Werte bei den Männern deutlich sanken.3 

Bei mehr als der Hälfte aller Neudiagnosen wurde die Diagnose erst gestellt, als der Tumor bereits die Organgrenzen durchbrochen hatte (regionalisiertes Tumorstadium: 20,9 %; disseminiertes Tumorstadium: 32,9 %). Bei rund 30 % der Fälle wurde kein Tumorstadium gemeldet.3 

Die relativen Überlebensraten stiegen im Zeitraum von 2002-2006 bis 2017-2018 (einjähriges Überleben) von 43 % auf 53 % bzw. bis 2012-2016 (fünfjähriges Überleben) von 16 % auf 22 %. Frauen wiesen ein höheres 5-Jahres-Überleben als Männer auf (27 % bzw. 19 %).3 

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Lungenkrebs Inzidenz

Mögliche Warnzeichen für Lungenkrebs:4 

  • neueinsetzender und über Wochen anhaltender Husten 
  • chronischer Husten 
  • Heiserkeit 
  • Kurzatmigkeit 
  • Blutspuren und Auswurf 
  • Brustschmerz 
  • Schluckbeschwerden 
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Senkung der Leistungsfähigkeit 
  • starker Gewichtsverlust 
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