Long COVID - was passiert da?
05.07.2021

Längst ist bekannt, wie vielfältig die Beschwerden einer Infektion mit dem Corona-Virus sein können. Beunruhigend sind aber auch die Fälle von Long COVID, anhaltende Symptome und Spätfolgen der Infektion.

Es scheint, dass die COVID-19-Pandemie zumindest fürs Erste halbwegs bewältigt ist. Nach eineinhalb Jahren Ausnahmezustand beginnt sich – wohl dank der Impfungen – so etwas wie Normalität breitzumachen. In den Medien ist jedoch nach wie vor von Menschen die Rede, die an COVID-19 erkrankt sind und sich wochen- und monatelang danach noch nicht vollständig erholt haben. Long COVID ist ein neuer Begriff für etwas, das es schon lange gibt: die bleierne Müdigkeit, fachsprachlich Fatigue, die sich nach viralen Infektionen bemerkbar machen kann.1

Vielfältige Symptome

Eine akute COVID-19 Infektion dauert in der Regel bis zu vier Wochen. Bei rund 10 % der Personen, die eine akute COVID-19 Infektion durchgemacht haben, entstehen in weiterer Folge Symptome und diese bleiben auch über diesen Zeitraum hinaus bestehen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Long COVID.1

Der Schweregrad der akuten COVID-19-Infektion hat keinen Einfluss darauf, wie sich Long COVID äußert. Es kann auch bei milderen Verläufen auftreten.1 Schon eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 kann vielfältige Symptome hervorrufen, muss sie aber nicht.2 Ähnlich sieht es bei Long COVID aus: Typische Symptome von Long COVID sind Erschöpfung (Fatigue), reduzierte körperliche Belastbarkeit in Kombination mit weiterbestehender Kurzatmigkeit, Herzrasen, Schwindel, aber auch Geruchs- und/oder Geschmacksverlust, Antriebslosigkeit oder anhaltender Durchfall.1 Auch Kopf-, Brust-, Gelenks- und Muskelschmerzen, Wortfindungsstörungen, Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen, Fieberschübe, Hautausschläge oder Haarausfall können auftreten.2 Bei manchen Menschen treten mehrere dieser Symptome auf, bei anderen nur einzelne.

Zwei Formen, die jeden treffen können

Zwei verschiedene Formen von Long COVID werden unterschieden:2

  • Andauernde COVID-19-Infektion: Klagen die Betroffenen nach mehr als vier Wochen Krankheitsdauer noch immer über Beschwerden, sprechen Fachleute von einem subakuten Ongoing-COVID-Syndrom.
  • Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion: Bleiben zwölf Wochen nach Beginn der Erkrankung die Beschwerden einer COVID-19-Infektion bestehen, werden diese stärker oder entwickeln sich neue Symptome, dann sprechen Ärzt:innen vom sogenannten Post-COVID-Syndrom (teilweise wird auch hierfür der Begriff Long COVID verwendet).

Long COVID kann jeden treffen: Junge, Alte, Menschen mit schweren und solche mit leichten Verläufen oder Menschen, die von der COVID-Erkrankung selbst gar nichts gemerkt haben. Über 50-Jährige, Übergewichtige und Menschen, die während der akuten Infektion mehr als fünf verschiedene Organsymptome hatten, sind öfter betroffen. Besonders schwer Erkrankte, die auf der Intensivstation lagen, leiden im Allgemeinen häufiger an Long COVID.2 COVID-19 gilt als Multiorganvirus, das neben der Lunge auch Nieren, Herz, Leber und Gehirn beeinträchtigt – und das gilt auch für Long COVID.3

Noch ist zu wenig über Long COVID bekannt. Langzeitauswirkungen und mögliche Folgeschäden können noch nicht abgeschätzt werden.3 Rehabilitationsprogramme umfassen daher auch verschiedenste Gesundheitsbereiche, von Innerer Medizin über Physiotherapie bis zu Psychotherapie.4