Studie: Impfungen können vor Krankenhausaufenthalt durch Asthma schützen

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Studie: Impfungen können vor Krankenhausaufenthalt durch Asthma schützen

Nach einem schweren Asthmaanfall versucht man zunächst, mit ambulanten Mitteln die Symptome zu behandeln. Gelingt dies nicht, ist ein stationärer Krankenhausaufenthalt nötig. Eine kanadische Studie stellte jetzt fest: Grippeviren und andere Erreger können eine Rolle spielen, wenn die ambulante Therapie versagt.

Grippeimpfung für Asthmakinder empfohlen:

Ein Team kanadischer Wissenschaftler untersuchte Faktoren, die zu einem Versagen von Notfallbehandlungen bei schweren Asthmaanfällen führen kann. Dazu prüften die Forscher das Nasensekret von knapp 1000 Kindern, die wegen eines Asthmaanfalls in die Notaufnahme gekommen waren, auf verschiedene Erreger. Die Ergebnisse: Zwar verursachte keiner der Erreger einen schwereren Verlauf der Anfälle. Aber einige hatten eine deutlich negative Wirkung auf die Therapie: Vor allem Influenzaviren (Influenza ist die „echte“ Grippe) verhinderten in vielen Fällen, dass die ambulante Therapie ihre Wirkung entfalten konnte. Die Folge für die betroffenen Kinder: Sie mussten stationär im Krankenhaus bleiben. Weitere Erreger, die die Häufigkeit der stationären Aufenthalte erhöhten, waren RS-Viren. Gegen diese gibt es bisher keine wirksame Impfung. Vor den Influenzaviren kann man Kinder jedoch schützen und ihnen mögliche Krankenhausaufenthalte ersparen. Die Autoren der Studie empfehlen deshalb, Kinder mit Asthma immer gegen Grippe zu impfen.

Ebenfalls wichtig: die Impfung gegen Keuchhusten

Keuchhusten (Pertussis) ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem die Atemwege angreift. Bei Kindern mit Asthma steigt die Gefahr eines schweren Verlaufs, der im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Auch Säuglinge sind besonders gefährdet, weil bei ihnen Keuchhusten zu Atemstillständen führen kann. Deshalb ist eine Impfung gegen Keuchhusten für alle Kinder ab einem Alter von zwei Monaten empfohlen. Allerdings hält der Impfschutz nicht ein Leben lang an, weshalb auch Erwachsene die Impfung regelmäßig auffrischen sollten. In immer mehr Ländern wird außerdem schwangeren Frauen empfohlen, sich impfen zu lassen. Wählt man den richtigen Zeitpunkt (etwa um die 30. Schwangerschaftswoche herum), bietet die Impfung auch dem Baby Schutz in den besonders riskanten ersten Lebenswochen. Das kann auch vor Asthma schützen, denn allergische Erkrankungen

Quellen

  • https://www.lungeninformationsdienst.de/themenmenue/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/grippeimpfung-fuer-kinder-mit-asthma/index.html
  • https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/rs-virus/index.html
  • http://pediatrics.aappublications.org/content/142/1/e20174105
  • https://nouvelles.umontreal.ca/en/article/2018/06/04/asthma-and-flu-a-double-whammy/
  • https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Pertussis.html#doc2374534bodyText8
  • https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/keuchhusten-pertussis/auswirkungen/
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98385/Keuchhusten-Impfung-in-der-Schwangerschaft-schuetzt-Saeugling-am-effektivsten
  • https://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/2706137
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