Die COPD Challenge geht in die zweite Runde

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Die COPD Challenge geht in die zweite Runde

Eberhard Jordan

Eberhard Jordan

Letztes Jahr hat Eberhard Jordan, der seit 2000 mit der Diagnose COPD lebt, die myCOPD Challenge ins Leben gerufen. Er setzte sich dabei als Ziel den Wiener Stephansdom zu besteigen, was er nach intensiver körperlicher Vorbereitung auch gemeistert hat. In den Medien wurde ausführlich darüber berichtet, somit hat Herr Jordan auch das Ziel für mehr Awareness in Bezug auf COPD zu sorgen erreicht.

Dieses Jahr hat er sich sein Ziel noch höher gesetzt: der Donauturm mit 776 Stufen. Wir wünschen ihm viel Erfolg bei der Vorbereitung und den Tag der Challenge.

Was war für Sie das prägendste Erlebnis der COPD Challenge im letzten Jahr? Welches Resümee ziehen Sie persönlich?

Für mich am einprägendsten war diese wirklich unglaubliche Medienpräsenz auf der einen Seite, und auf der anderen Seite diese totale Einheit des Stiegensteigens, wo ich wirklich das Gefühl hatte, es ist eine total intime Meditationsübung.

Ich glaube, dass es wichtig ist auf die Möglichkeit eins aktiven Lebens mit COPD hinzuweisen, und andere daran teilhaben zu lassen.

Was ist das Ziel der COPD Challenge, die heuer zum 2. Mal stattfindet?

Das Ziel der Challenge heuer ist österreichweit Partner zu finden die sich auch jeweils Ihre persönlichen Ziele setzten, und sich gemeinsam mit einem Team aus Ärzten und Therapeuten vorbereiten, um dieses Ziel – egal ob Kirchturm, Fernsehturm oder das Stiegenhaus der Sprungschanze Bergisel – zu erreichen.

Wie schauen Ihre derzeitigen Vorbereitungen aus und wie können Sie von Ihren Erfahrungen aus dem letzten Jahr profitieren?

Zurzeit beginne ich wieder drei Mal zu Hause zu trainieren, und einmal in Oberlaa, speziell auf das Stiegen steigen hin. Sowie sonntags 10km gehen oder Radfahren. Ich weiß einfach was hier auf mich zukommt, und dass ich zum Ende der Vorbereitungsphase etwas weniger tun muss als vergangenes Jahr, damit ich nicht in einen derartigen Ermüdungszustand gerate. Und ich muss mir ab einem gewissen Zeitpunkt die organisatorischen Probleme vom Hals halten, weiß zwar noch nicht wie aber es muss sein.

Wie wichtig schätzen Sie den Trainingsanteil in der Therapie der COPD ein, neben einer entsprechenden medikamentösen Therapie?

In meinen Augen gibt es nicht nur 2 sondern 5 Säulen, die bei dieser Erkrankung wichtig sind – und die ich für gleich wichtig ansehen würde:

  1. Ärzte / Therapeuten: die bereit sind, einen gemeinsamen individuellen Weg zu gehen und sich nicht mit der Diagnose chronisch abfinden, sondern neue Wege suchen.
  2. Medikamente: die auf die jeweilige Person abgestimmt sind, und von dem Patienten auch richtig eingesetzt und eingenommen werden.
  3. Training: Hier scheint es mir wichtig zu sein, mit den Trainingseinheiten eine genaue Rhythmik zu bekommen wo es einfach keine Ausreden geben darf – sondern die wie ein wichtiger Termin wahrgenommen werden. Und man muss sich bewusst sein, dass der Aufbau des Körpers einfach sehr langsam geht und aus ganz vielen kleinen Schritten besteht. Es dauert ein wenig bis sich der Glücksmoment über das Erreichte einstellt.
  4. Liebe und Begleitung: das scheint mir ein ganz wichtiger Moment zu sein – der noch weit über den eigenen Glücksmoment, wenn man etwas erreicht hat, hinausgeht – einfach einen Moment mit anderen zu genießen und als etwas Wertvolles zu begreifen. – zusätzlich hilft es einfach über einige Sachen mit professionellen Begleitern zu sprechen.
  5. Und zu Guter Letzt gute Ernährung: mein schwierigster Part, da ich eher damit kämpfe Gewicht zu verlieren, als dazu zu bekommen. Wertvolle Nahrungsmittel, hochwertig verarbeitet und in bunter

Vielfalt. Eine wahre Herausforderung, in regelmäßigen Abständen eher 5 kleine Mahlzeiten statt 3 Große.

Der Stephansdom hatte 343 Stufen, der Donauturm mit 776 Stufen mehr als doppelt so viele, wie hoch wollen Sie noch hinaus?

So hoch, dass viele Menschen über COPD sprechen und andere Betroffene aktiv mit der Erkrankung umgehen.

Lieber Herr Jordan, wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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