Depressionen bei Asthma und COPD

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Depressionen bei Asthma und COPD

Depressionen und Ängste treten häufiger bei Menschen mit Asthma und COPD auf. Wichtig ist deshalb, die Warnsignale zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Egal, ob man selbst betroffen ist oder in Familie bzw. bei Freunden eine Depression vermutet.

Depressionen bei Menschen mit Lungenerkrankung

Studien zeigen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Lungenerkrankungen durchwegs eine höhere Anfälligkeit für Depressionen haben. Bei COPD sind es zwischen 40 und 70 Prozent der Erkrankten, die unter Angststörungen oder Depressionen leiden. Der World Health Survey, eine weltweite Untersuchung von fast 250.000 Erwachsenen, zeigte auch eine größere Häufigkeit von Depressionen bei Asthma.

Woher kommen die Ängste und Depressionen?

Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD sind an sich schon belastend und führen zu Ängsten aufgrund des Fortschreitens der Erkrankungen. Dazu kommt das Hauptsymptom Atemnot, das Angstzustände und Panik auslöst. Bei schweren Lungenerkrankungen ist zudem die körperliche Fitness immer stärker eingeschränkt. Dadurch verlassen Betroffene seltener das Haus, haben weniger Sozialkontakte und nehmen nicht mehr (vollständig) am Alltag teil. All das kann Depressionen auslösen oder verstärken.

Sowohl bei COPD als auch bei Asthma treten außerdem entzündliche Prozesse auf, die sich gemäß Lungenforschern ebenfalls auf die Psyche auswirken könnten. Hier fehlen jedoch bisher genauere medizinische Untersuchungen.

Depressionen erkennen und richtig handeln

Sowohl bei COPD als auch bei Asthma ist der Krankheitsverlauf schlechter und es treten häufigere und stärkere Symptome auf, wenn zusätzlich Depressionen vorliegen. Darum ist es wichtig, bei Anzeichen auf eine Depression zu reagieren, egal ob Sie selbst betroffen sind, oder ob Sie ein Angehöriger oder ein Freund eines Betroffenen sind.

Was sind Warnzeichen einer Depression?

  • Kaum noch Freude, Interesse, Spaß und Lachen
  • Antriebslosigkeit, Erschöpfung
  • Traurigkeit oder oft auch Gleichgültigkeit und innere Leere
  • Zusätzlich können Schlaf- oder Konzentrationsprobleme, ein fehlendes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Pessimismus oder gar Suizidgedanken auftreten

Wie sollte man bei Verdacht auf eine Depression handeln?

Bei Anzeichen von depressiven Verstimmungen  können sich Lungensportgruppen, Selbsthilfegruppen, Schulungsprogramme oder Reha-Maßnahmen oft hilfreich auswirken. Liegt jedoch ein Verdacht auf eine echte Depression vor, sollte der Betroffene unbedingt unterstützt und ermuntert werden, einen Arzt aufzusuchen. Im Notfall bietet die Telefonseelsorge in Österreich unter der Rufnummer 142 Beratung und Hilfe.

Quellen

  • Moussavi S, et al. Depression, chronic diseases, and decrements in health: results from the World Health Surveys. Lancet. 2007;370(9590):851-8.
  • Bausewein C. Therapie von Atemnot, Angst und Depression bei fortgeschrittenen Lungenerkrankungen. Der Pneumologe. 2016;13(3):166-173.
  • www.depressionsliga.de
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