COPD und Sex

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COPD und Sex

Auch COPD-Patienten wollen partnerschaftlich leben wie jeder andere: küssen, lieben, Sex haben. Wir haben Tipps zusammengestellt, damit Ihnen beim Küssen nicht die Luft ausgeht

Fast jeder Mensch hat das Bedürfnis, körperliche Nähe zu anderen Menschen zu genießen. Das gilt selbstverständlich für an COPD und Asthma Erkrankte ebenso wie für ältere Menschen mit und ohne Lungenerkrankung.

Einschränkungen offen begegnen

COPD kann aber das Liebesleben negativ beeinflussen: durch körperlich eingeschränkte Leistungsfähigkeit, durch Depressionen, Ängste, Reizbarkeit oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Wenn laut Arzt Lungensport und Treppensteigen in Ordnung sind, muss aber auch auf die „schönste Nebensache der Welt“ nicht verzichtet werden. Umgekehrt fördert regelmäßige körperliche Betätigung die Leistungsfähigkeit und daher auch die Fähigkeit, intime Momente zu genießen. Wer nicht sicher ist, was möglich, erlaubt oder ratsam ist, spricht am besten mit dem Arzt über dieses Thema.

Depressionen und Ängste können sowohl den Betroffenen als auch deren Partnern im Weg stehen, wenn es um ein erfülltes Liebesleben geht. Depressionen sind behandelbar! Holen Sie sich ärztliche Unterstützung, um wieder Freude an körperlicher Nähe zu finden und Ihrem Partner die Möglichkeit zu geben, Sie auch in dieser Hinsicht optimal zu unterstützen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Neue Wege zur Sexualität

Luftnot und die Angst davor können die Freude an körperlicher Nähe und Sexualität im Keim ersticken. Das muss jedoch nicht sein, denn manchmal reicht es schon, die Sache langsamer und vorsichtiger anzugehen und auf die individuellen Bedürfnisse besser zu achten. Der Leistungsgedanke hat in diesem Zusammenhang nichts verloren. In vielen Fällen genügen körperliche Nähe, Streicheln und Küssen, um Befriedigung zu finden und Spaß zu haben. Hilfreich ist es dabei in jedem Fall, die eigenen Emotionen mit dem Partner zu besprechen – so kann jeder auf seine Kosten kommen. Im Zweifelsfall helfen aber selbstverständlich auch Paar- und Sexualtherapeuten.

Praxistipps für COPD und Liebe

  • Stellungen beim Sex, die Druck auf den Brustraum inkludieren, sollten vermieden werden.
  • Der aktive Part ist anstrengender – und sollte eher dem nicht erkrankten Partner zukommen.
  • Kurz vor dem Sex – am besten zwei bis drei Stunden vorher – sollte auf kohlensäurehaltige Getränke und üppige Mahlzeiten verzichtet werden. Auch Alkohol wirkt einem schönen Sexerlebnis entgegen.
  • Der Sex kann an die Medikamenteneinnahme angepasst werden. Rund eine Stunde nach der Einnahme ist die Wirkung üblicherweise am höchsten. Kurz wirksame Medikamente zur Bronchienerweiterung können – natürlich mit Zustimmung des Arztes – eingenommen oder bereitgestellt werden.
  • Selbst eine Sauerstofftherapie spricht nicht gegen ein erfülltes Sexleben. Sie kann während der sexuellen Aktivität erfolgen, eine bessere Atmung und dadurch mehr Entspannung herbeiführen.
  • Viele COPD-Patienten empfinden kühle Luft als Erleichterung. Ein geöffnetes Fenster oder ein Ventilator kann für niedrigere Temperaturen sorgen.
  • Körperliche Nähe ohne sexuelle Aktivität kann ebenfalls sehr befriedigend sein.
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