COPD und seine Risikofaktoren

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COPD und seine Risikofaktoren

Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) entwickeln sich schleichend über Jahre hinweg. Wer jedoch bekannten Risikofaktoren ausgesetzt ist, sollte erste Anzeichen jedenfalls ernst nehmen, auch wenn sie sich vielleicht später als harmlos herausstellen.
Es sind nicht nur Raucher, die oft unter chronischem Husten leiden und ihn nicht weiter beachten. Auch Passivraucher oder Menschen, die anderen Risikofaktoren ausgesetzt sind, leiden oft jahrelang unter Husten, bevor die Diagnose „COPD“ – Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen – gestellt wird. Nach Jahren des Nikotinkonsums sind die Flimmerhärchen der Schleimhaut der Atemwege meist weitgehend zerstört. Mittels Hustens kann der Körper die Lunge teilweise von Schadstoffen reinigen. Ständiger Husten – ob nun mit oder ohne Schleimbildung – sollte also jedenfalls ein Alarmzeichen darstellen. (1)

Risikofaktoren für COPD

Es gibt jedoch noch andere Risikofaktoren. Zu den Hauptursachen für COPD zählen (2)

  • aktives oder passives Rauchen, E-Zigaretten
  • Luftverschmutzung, vor allem durch Nitrogase und Schwefeldioxid – Feinstaub
  • schädliche Stäube, Dämpfe, Rauch oder Gase am Arbeitsplatz
  • angeborenes Fehlen von Abwehrstoffen: Antikörpermangelsyndrom
  • nach pulmonaler Tuberkulose, Asthma oder eingeschränkter Entwicklung der Lungenfunktion in der Kindheit
  • Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, das ist ein genetisch bedingter Mangel an Alpha-1 Antitrypsin Trypsin (AAT), das Proteasen – das sind Enzyme zur Spaltung von Eiweißen – inaktiviert, die bei Entzündungsprozessen zerstörtes Gewebe abbauen (3)

Symptome für COPD

Wird COPD frühzeitig erkannt, kann das Fortschreiten der Erkrankung gebremst oder sogar zum Stillstand gebracht werden.

Die wichtigsten Anzeichen, die Anlass für eine ärztliche Überprüfung sein müssen, können sein

  • Atemgeräusche wie Rasseln, Pfeifen, Brummen oder Giemen (das manchmal auch abgehustet werden kann)
  • Engegefühl in der Brust
  • Atemnot, vor allem bei Belastung
  • Husten mit Auswurf (2), (3)

Nach einer ausführlichen Erhebung der Vorgeschichte und einer ärztlichen Untersuchung des Allgemeinzustandes gibt vor allem die so genannte Spirometrie Aufschluss über den Erkrankungsgrad. Dabei wird das ausatembare Luftvolumen (FEV1/FVC) gemessen, das bei einem Wert unter 70 % auf COPD hinweist. Tritt Atemnot schon bei geringer Belastung oder sogar im Ruhezustand auf, muss mit einem fortgeschrittenen COPD-Stadium gerechnet werden. Der Schweregrad wird nach folgenden Einstufungen klassifiziert (3):

 

COPD-Schweregrad FEV1 % predicted (nach einer Bronchospasmolyse)
I (leicht) < 30 %
II (moderat) 30-49 %
III (schwer) 50-79%
IV (sehr schwer) > 80 %

Schweregrade der COPD nach GOLD (modifiziert nach GOLD report 2018)

Im Anschluss an die Klassifizierung des Schweregrades erfolgt eine Zuteilung in die Risikogruppen A, B, C und D je nach Symptomen und dem Risiko für Exazerbationen – das sind akute, über mindestens zwei Tage anhaltende Verschlechterung der Symptome. Schließlich werden alle zusätzlichen individuellen Krankheitsparameter und mögliche Co-Erkrankungen erhoben, um eine geeignete Therapie festzulegen. Bei Risikofaktoren in Kombination mit ersten Anzeichen gilt: ab zum Arzt! (3)

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