Compliance – was ist das eigentlich?

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Compliance – was ist das eigentlich?

Vielleicht ist Ihnen der Begriff Compliance schon einmal begegnet, wenn es darum ging, wie Ihre Therapie gestaltet ist. Wir möchten erklären, was Compliance eigentlich ist und warum sie so wichtig ist.

Der Begriff „Compliance“ stammt aus dem Englischen und heißt Einhaltung, Übereinstimmung oder Erfüllung. In der Wirtschaftswelt bedeutet Compliance die Vermeidung von Gesetzesverstößen bzw. Verhalten im Einklang mit geltendem Recht.1 In der Medizin ist damit die Bereitschaft eines Patienten zur aktiven Mitwirkung an diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen gemeint. Mit anderen Worten: Patienten sollen bei der Medikamenteneinnahme therapietreu agieren und Verordnungsvorschriften konsequent einhalten. Die medizinische Behandlung lebt vom funktionierenden Zusammenspiel von Arzt, Patient und Behandlungsmaßnahme.Gefordert sind in Sachen Compliance nicht nur die Patienten. Ärzte müssen sich so ausdrücken, dass die Patienten sie verstehen, also beispielsweise Fachbegriffe durch gängige Laienbegriffe ersetzen. Andererseits muss der Patient seine individuelle Krankheitssituation und eine mögliche soziale Beeinträchtigung verstehen.2 Nachfragen, also ein aufklärendes Arzt-Patienten-Gespräch, ist dafür auf beiden Seiten erforderlich. Nur wenn der Patient versteht, warum der Arzt gewisse therapeutische Entscheidungen fällt, können die vom Arzt verordneten Therapien vom Patienten auch gut umgesetzt werden.

Adhärenz oder Compliance?

Ein ähnlicher Begriff ist die Adhärenz. Damit ist das Maß gemeint, in dem das Verhalten eines Patienten mit seinem Therapieziel übereinstimmt. Der Erfolg ärztlicher Therapien hängt wesentlich von der Mitarbeit des Patienten ab. Therapiefördernde Verhaltensweisen können nicht nur die korrekte Einnahme von Medikamenten oder die Einhaltung von Bettruhe sein. In vielen Fällen greifen die Anweisungen eines Arztes entscheidend in die gewohnte Lebensführung des Patienten ein. Sie betreffen Ernährung, sportliche Aktivitäten, die Vermeidung bestimmter Situationen, zum Beispiel solche, in denen Ansteckungsgefahr für andere besteht, oder den Verzicht auf Rauschmittel. Der Begriff „Adhärenz“ löst den inzwischen veralteten Begriff „Compliance“ ab und soll ein umfassenderes Verständnis aller Faktoren ermöglichen, die das Verhalten eines Patienten beeinflussen. Auch der Begriff Adhärenz stammt aus dem Englischen, nämlich von „adherence“, was mit Einhaltung oder Befolgung übersetzt wird. Die beiden Begriffe Adhärenz und Compliance werden oft synonym verwendet, doch „Compliance“ meint häufig „Therapietreue“, womit die Verantwortung lediglich beim Patienten wäre. Adhärenz sieht eine moderne Arzt-Patienten-Beziehung aber auf Augenhöhe und lässt auch das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient eine Rolle spielen.In jedem Fall ist es für Patienten nicht nur notwendig, sich an die therapeutischen Vorgaben des behandelnden Arztes zu halten, sondern auch Erklärungen einzufordern, wenn etwas nicht verstanden wird. Für den Arzt sollte es heute selbstverständlich sein, dem Patienten jede Unterstützung zu bieten, die ihm die Compliance oder Adhärenz einfacher macht.

 

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