Bienenstockluft gegen Asthma: Therapiemöglichkeit oder Humbug?

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Bienenstockluft gegen Asthma: Therapiemöglichkeit oder Humbug?

Die sogenannte Bienenstocklufttherapie soll bei Asthma Linderung verschaffen. Dabei atmet der Patient über eine Inhalationsmaske warme und feuchte Luft aus einem Bienenstock ein. Wir erklären, was es mit dieser Therapieform auf sich hat und was in der Bienenstockluft steckt.

Wie funktioniert die Bienenstocklufttherapie?

In einem Bienenstock herrschen Temperaturen um 35 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Bienen sind in der Lage, mit gezielten Bewegungen die Temperatur im Bienenstock stabil zu halten. Gleichzeitig sorgen sie für ein weitgehend keimfreies Klima. Bei der Bienenstocklufttherapie sitzt der Patient im Freien oder in einem kleinen Holzhaus neben dem Bienenstock. Die Luft wird mit einem Ventilator abgesaugt und über einen Schlauch in eine Inhalationsmaske geleitet. Über diese atmet der Patient die Bienenstockluft ein. Direkter Kontakt zu den Bienen besteht dabei nicht. Diese können den Bienenstock nicht in den Therapieraum hinein verlassen, sondern nur nach außen wegfliegen. Ein Filtersystem verhindert, dass Bienen oder Pollen in den Schlauch geraten können. Die Bienenstocklufttherapie kann von Mai bis September stattfinden und braucht eine Außentemperatur von mindestens 18 °C.

Was steckt in der Bienenstockluft?

Forscher der TU Dresden haben nun herausgefunden, welche Stoffe in der Bienenstockluft stecken. Sie identifizierten über 50 verschiedene Inhaltsstoffe. Aus dem Honig kommen dabei nur wenige, die meisten Stoffe stammen aus dem Bienenwachs und aus Propolis. Bei Propolis handelt es sich um eine harzähnliche Masse mit Wirkung gegen Bakterien, Viren und Pilze.

 

Hilft die Therapie wirklich gegen Asthma?

Es gibt kleine Studien, die eine positive Wirkung der Bienenstocklufttherapie bei Asthma vermuten lassen. Diese reichen allerdings noch nicht aus, um eindeutige Aussagen treffen zu können. Möglich ist auch, dass die Ruhe auf dem Land sowie das entspannte Einatmen bei der Therapie für die Linderung der Symptome (mit-)verantwortlich sind. Bisher liegen deshalb vor allem Einzelfallberichte vor, genauere Untersuchungen stehen noch aus.

Quellen

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/atemwegskrankheiten/article/963358/chemische-analyse-heilende-luft-bienenstock.html
http://www.apitherapie.at/index.php/bienenprodukte-heilwirkung/bienenstockluft
http://www.apitherapie.at/images/documents/2_Klinische_Bewertung_Bienenstocklufttherapie_121116.PDF
https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/wie-gesund-ist-die-luft-im-bienenstock/https://www.chm.tu-dresden.de/lc3/dateien/stockluft.pdf

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